Schweiz

Zwangsheiraten: Pro Jahr melden sich 250 Opfer

Eheringe: Bei Zwangsheiraten bringen Opfer oft die emotionale Kraft nicht auf, sich deswegen zu melden.

Eheringe: Bei Zwangsheiraten bringen Opfer oft die emotionale Kraft nicht auf, sich deswegen zu melden.

Trotz seit zwei Jahren geltendem Bundesgesetz gegen Zwangsheiraten sind unfreiwillige Eheschliessungen in der Schweiz nach wie vor verbreitet. Pro Woche wenden sich fünf Betroffene an die überregionale Fachstelle zwangsheirat.ch.

Die mindestens 250 Meldungen pro Jahr führen aber nur zu vereinzelten Anzeigen, wie Anu Sivaganesan, Leiterin bei zwangsheirat.ch der "NZZ am Sonntag" sagte.

"Die Opfer bringen die emotionale Kraft dafür meist nicht auf", sagt die auf Familienrecht spezialisierte Anwältin Yvonne Meier. Die Zurückhaltung der Betroffenen liege in eigenen Schuldgefühlen sowie in der Angst begründet, von der Familie verstossen zu werden.

Einer Mandantin Meiers, deren Ehe das Obwaldner Kantonsgericht für ungültig erklärte, weil sie unter Zwang zustande gekommen war, droht derzeit die Ausweisung nach Kosovo. Das Migrationsamt Obwaldens will der Frau nach der Trennung keine weitere Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz mehr geben.

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