Tourismus

Zwangsabos sollen das Skifahren günstiger machen

Schweizer Hoteliers und Ferienhausbesitzer sollen verpflichtet werden, Jahreskarten für die Bergbahnen zu kaufen

Schweizer Hoteliers und Ferienhausbesitzer sollen verpflichtet werden, Jahreskarten für die Bergbahnen zu kaufen

Um den Wintertourismus zu retten, müsse der Staat Hoteliers und Ferienhausbesitzer verpflichten, Jahreskarten für die Bergbahnen zu kaufen. Das fordert Peter Bodenmann, früherer SP-Chef und Hotelier. Schweiz Tourismus findets einen spannenden Ansatz.

Um den Schweizer Wintertourismus zu retten, müsse der Staat Hoteliers und Ferienhausbesitzer verpflichten, Jahreskarten für die Bergbahnen zu kaufen. Das fordert Peter Bodenmann, der frühere SP-Präsident und jetzige erfolgreiche Hotelier, gegenüber der Zeitung «Der Sonntag».

Damit würden sich die Betten und Skigebiete füllen, Skiferien würden billiger. «Der Wintersport muss günstiger werden, sonst geht die Abnahme weiter», sagt Bodenmann. «Der Tourismus muss sich neu erfinden.»

Sein Modell: Alle Hoteliers und Ferienhausbesitzer müssen eine bestimmte Anzahl Jahreskarten für die lokale Bergbahn kaufen. Wegen der Zusatzkosten haben sie einen Anreiz, ihre leeren Betten besser zu vermarkten. Die Jahrespässe sind mittels Tageskarten frei übertragbar. Die Hotels und Wohnungsbesitzer können diese ihren Gästen zu einem günstigen Preis abgeben.

Die Folgen sind für alle positiv: Die Auslastung von Hotels, Wohnungen und Bahnen steigt an. Gleichzeitig sinken wegen der besseren Auslastung die Preise der Unterkünfte und Skipässe, womit Skifahren auch für Familien wieder erschwinglich wird.

«Es gäbe einen totalen Boom in den Bergdörfern», sagt Bodenmann. In Leukerbad beispielsweise würde nach seiner Berechnung ein Tages-Skipass nur noch 25 Franken kosten.

Schweiz Tourismus: «Spannender Ansatz»

Heute sind es 52 Franken. Bei den obersten Tourismusverantwortlichen kommt sein Vorschlag gut an.

Jürg Schmid, Chef von Schweiz Tourismus, sagt: «Das ist ein sehr spannender, kreativer Ansatz, der dazu führt, dass Skifahren für die Ferienwohnungsgäste und -besitzer günstiger wird und die Einnahmen für die Bergbahnen steigen und kalkulierbarer werden.»

Hotelleriesuisse-Präsident Guglielmo Brentel pflichtet bei: «Ich finde die Idee gut und prüfenswert. Eine solche Zusammenarbeit zwischen den Bergbahnen, Hotels und Ferienwohnungen führt zu einem höheren Gästeaufkommen. Skifahren würde erschwinglich, und die Bergbahnen wären besser ausgelastet.» (sha)

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