Kassensturz
Zuschauer beschwert sich über Vibrator-Test beim SRF – die Antwort ist genauso lustig

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Sieht nicht so aus, ist aber wahr: dieser Mann testet Sexspielzeuge.

Sieht nicht so aus, ist aber wahr: dieser Mann testet Sexspielzeuge.

Screenshot SRF

Die SRG-Ombudsstelle muss sich normalerweise mit Kritik rund um Trump-Meldungen, Daniele Ganser oder einer angeblich einseitigen Israel-Berichterstattung herumschlagen.

Von Zeit zu Zeit flattert Roger Blum & Co. aber auch leichtere, man möchte fast sagen, frivolere Post ins Haus.

Zum Beispiel bei dieser Beschwerde zur Sendung «Vibratoren im Test – Was Frauen gefällt».

Worum geht es? Der oder die anonyme Beschwerdeführer/in beanstandet einen Beitrag des Konsumentenmagazins Kassensturz, in dem Vibratoren getestet wurden. Dieser sei sexistisch und frauenfeindlich. Vibratoren wie auch andere Sexspielzeuge haben nichts zu suchen in einer Produktetest-Sendung.

Im Wortlaut tönt das dann so:

Und weiter:

«Meines Erachtens gehört Liebesspielzeug – persönlich habe ich nichts gegen solches – ins Schlafzimmer und da sollte es auch bleiben. Oder erklären Sie mir nun bitte, wie ich meiner 8-jährigen Tochter erklären soll, für was ein Vibrator gebraucht wird. Vielleicht zum Schlagrahm STEIF schlagen?»

Google-Suchresultat zum Thema «Rahm STEIF schlagen»:

Flickr

Achtung: sittlichkeitsgefährdende und frauenverachtende «Kommentare der eingesetzten Testpersonen» in der beanstandeten Kassensturz-Sendung!

«Einfache Handhabung. Es gibt aber keine verschiedenen Programme, was ich schade finde.»

Die Sendung:

Die Kassensturz-Redaktionsleiterin weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass der Sexgehalt der Testsendung in etwa dem einer Baumarkt-Abteilung entspricht:

Die nüchterne Schreibe und der sachlich-analytische Stil der Ombudsstelle korrespondiert dabei bestens mit dem Thema Sexspielzeuge:

Der oder die Beschwerdeführer/in fürchtet weiter, dass – wehret den Anfängen! – bald «Testberichte über Masturbatoren für Männer, Gummi-Muschis, Sado-Maso-Spielzeug, Penis-Ringe, Pornofilme etc. folgen.»

Die Antwort der Ombudsstelle:

(Wieso Masturbatoren ((lustfördernde Instrumente für den Mann, die Red.)) die Sittlichkeitsgefühle der Schweizer und Schweizerinnen mehr verletzen sollten als Vibratoren, sei dahingestellt.)

Das wohl überzeugendste Argument gegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit und für eine ausgewogene und «nüchterne» Sendung ist aber die Abwesenheit von «Schmusemusik» im beanstandeten Beitrag.

Dazu die Ombudsstelle:

Achtung: Schmusemusik!

Wo kein Serge Gainsbourg, da kein Sex.

Der Beschwerde wurde übrigens nicht stattgegeben.

(wst)

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