Datenfälschung
Zürcher Professor schreibt Co-Autorin: «Erfinde einfach eine Analyse»

Die Universität Zürich hat gegen den Schweizer Chemieprofessor Reto Dorta eine Untersuchung eingeleitet. Er soll seine Co-Autorin eines Artikels angewiesen haben, eine Analyse zu erfinden. Die Universität verspricht den Fall lückenlos aufzuklären.

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Universität Zürich

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Limmattaler Zeitung

Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet wird Dorta verdächtigt, Daten gefälscht zu haben. Ursache dafür ist seine jüngst an der Universität Zürich verfasste Arbeit. Sie stand kurz vor der Veröffentlichung im Fachjournal «Organometallics». Doch dann entdeckten Mitarbeiter eine heikle Anweisung. In den Zusatzinformationen scheint Dorta seine Co-Autorin Emma Drinkel aufzufordern, Daten zu fälschen. Er schreibt wörtlich: «Emma bitte füge die NMR-Daten hier ein! Wo sind sie? Und für diese Verbindung, erfinde einfach eine Elementaranalyse.»

Offenbar vergassen die Autoren, die Anweisung vor der Einreichung zu löschen. Zwar lehrt und forscht Dorta mittlerweile seit über einem Jahr an einer australischen Universität, die verdächtige Arbeit entstand aber in Zürich, wo Dorta knapp sieben Jahre tätig war. Der künftige Rektor der Universität, Michael Hengartner, verspricht, den Fall lückenlos zu klären. Eine Kommission wird die Vorkommnisse nun prüfen, bestätigt Hengartner der «Schweiz am Sonntag». Mindestens ein Mitglied soll kein Mitarbeiter der Universität Zürich sein, um einen Blick von aussen zu gewährleisten.

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