Zürcher Experte untersucht Fall Daniel H.

Nun soll Andreas Werren, der frühere Leiter des zürcherischen Amts für Justizvollzug, den Fall Daniel Hofmann untersuchen und dabei die Praxis der Aargauer Strafvollzugsbehörde und der Bewährungshilfe beurteilen.

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Dabei soll insbesondere die Praxis der Argauer Strafvollzugsbehörde und der Bewährungshilfe beurteilt werden, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Konkret soll Werren bereits den Entscheid über Hofmanns bedingte Entlassung als solchen unter die Lupe nehmen. Dies unter Berücksichtigung des psychiatrischen Gutachtens und des Massnahmenverlaufs.

Weitere Untersuchungspunkte sind die spätere Überwachung der Auflagen und der Entwicklung von Hofmann durch Bewährungshilfe und Vollzugsbehörde sowie deren Vorgehen, als klar wurde, dass der unter Drogen gewalttätig werdende Hofmann wieder abstürzte.

Ausserdem: Die grundsätzliche Praxis der Vollzugsbehörden bei der bedingten Entlassung von Gewalttätern, was das Einholen von zusätzlichen Gutachten und die Beurteilung durch eine Fachkommission betrifft (was bei Hofmann nicht geschah).

Überprüft wird schliesslich auch die spezielle Organisation der Bewährungshilfe im Aargau sowie der Drogenkonsum und dessen Kontrolle in den Haftanstalten.

Vorläufig jedes Mal eine Begutachtung

Bis die Resultate vorliegen, verschärfen die Aargauer Strafvollzugsbehörden aber auch vorsorglich ihre Gangart bei der bedingten Entlassung von Personen, die wegen schwerer Delikte gegen Leib und Leben verurteilt wurden. So werde nun in diesen Fällen jedes Mal eine psychiatrische Begutachtung mit Risikobeurteilung angeordnet und diese einer Fachkommission vorgelegt.

Ausserdem soll eine engmaschigere Überwachung bedingt entlassener Straftäter durch die Bewährungshilfe sichergestellt werden. Und diese soll den Vollzugsbehörden in kürzeren Abständen Bericht erstatten.

Nach Auskunft von Andreas Werren sind für die Untersuchung drei Monate veranschlagt. Der heute als selbstständiger Berater für Unternehmensentwicklung und als Dozent für Strafrecht tätige Jurist war von 1999 bis 2004 und noch einmal im Jahr 2007 Leiter des Zürcher Amts für Strafvollzug. Seither war er auch schon in anderen Administrativuntersuchungen tätig, etwa gegen den ehemaligen Verwaltungsdirektor der Pädagogischen Hochschule Zürich. (mz/alf/wst)