Margrit Renfer

Seit dem generellen Entwässerungsplan von 1998 wissen die Lengnauer Behörden: Die Gewässerschutzbestimmungen verlangen, dass der mit dem Regenwasser angeschwemmte Schmutz aus der Entwässerung der Siedlung in deren System zurückgehalten wird.

Der Dorfbach wird damit entlastet, das Schmutzabwasser gelangt kontinuierlich und erst nach grobem Klären in die Kläranlage. Ohne Regenüberlaufbecken müsste Lengnau dem Abwasserzweckverband entsprechend der Mehrbelastung zusätzliche Abgaben leisten.

Standort des Beckens

Das Becken soll im nordwestlichen Bereich der Fussballanlage gebaut werden. Mit einem Fassungsvermögen von 600 Kubikmetern wird es nach dem Bau überdeckt und durch einen Schacht zugänglich sein. Der ideale Standort für das Becken befindet sich ausgangs Dorf und beim Dorfbach. Damit es dort gebaut werden kann, wird ein Landhandel nötig. Denn das dortige Land gehört der Burgergemeinde Lengnau, die dieses jedoch dem Fussballclub im Baurecht abgegeben hat.

Fussballer geben Zustimmung

An der Frühjahrsversammlung informierte man die Fussballer, die der Änderung des Baurechtsvertrages zustimmen wollen. Nach dem Bau des Beckens kann der Fussballclub das Terrain übrigens zum Teil wieder nutzen. Die Burgergemeindeversammlung dürfte dem Landverkauf an ihrer Versammlung ebenfalls zustimmen. Diese findet eine Woche nach der Versammlung der Einwohnergemeinde statt. Der Verkaufspreis beträgt 150 Franken pro Quadratmeter.

Einige Beteiligte wollten das Geschäft um das Land für das Regenklärbecken gleich mit der Sanierung des Parkplatzes beim Fussballplatz verbinden. Doch Burgerpräsident Hans Renfer relativiert: «Das Problem Parkplatz ist noch nicht spruchreif, wir suchen aber momentan nach einer Lösung.»

Der Boden des Parkplatzes gehört ebenfalls der Burgergemeinde. Er ist mit dem ganzen Fussball-areal dem Club im Baurecht abgegeben worden. Genutzt wird der Parkplatz mehrheitlich öffentlich. Aber auch Angestellten der angrenzenden Firmen profitieren davon, wenn sie ihre Autos nahe am Arbeitsplatz parkieren können.

Happige Kosten

Beim ursprünglichen Projekt für das Regenüberlaufbecken war man von Kosten von 1,3 Mio. Franken ohne Landkauf ausgegangen. In der letzten Kalkulation verteuern die neu zu bauenden Zuleitungen und das vergrösserte Volumen des Beckens die Kosten auf 1,986 Mio. Franken. Die alte Leitung Dorfbach kann aufgrund der Lage der Hochwasserentlastungen nicht genutzt werden. Zudem soll das Becken nach neuesten Standards und mit höchstmöglicher Automatik gebaut.

Nach dem Bau wird die Gemeinde das Becken entschädigungslos dem Zweckverband ARA der Region Grenchen abtreten. Dieser wird für Betrieb und Unterhalt zuständig sein.