Fussballplatz

«Zukunftstaugliche Investition»: Erweiterung der Fussballplatz-Anlage «Moos» in Wettswil

Einfacher Baukörper mit Flachdach: Das neue Clubgebäude. (Bildmontage asp Landschaftsarchitekten AG/Hornberger Architekten AG)

Fussballplatz-Anlage «Moos» in Wettswil

Einfacher Baukörper mit Flachdach: Das neue Clubgebäude. (Bildmontage asp Landschaftsarchitekten AG/Hornberger Architekten AG)

Ein solides, bedürfnisgerechtes Projekt ohne unnötigen Luxus: So bezeichnen Behörden- und Vereinsvertreter die Erweiterung der Fussballplatzanlage im Wettswiler «Moos». Bonstetten und Wettswil stimmen an der Urne am 7. März 2010 ab, Stallikon am 25. April 2010.

Von Werner Schneiter

Die Eckdaten des Projekts waren im «Anzeiger» vom 4. Dezember nachzulesen. Die Erweiterung umfasst ein neues Garderobengebäude mit Clublokal, je ein Kunst- und Naturrasen-Spielfeld, einen Streethockey-Platz. Dazu kommen Erschliessung und Umgebungsarbeiten. Die Investitionen belaufen sich gesamthaft auf unter 7 Mio. Franken. Die Standortgemeinde Wettswil partizipiert mit 3,5 Mio. Franken, Bonstetten mit 2 Mio. Franken und Stallikon mit 1 Mio. Franken. Der FC Wettswil-Bonstetten und der Streethockeyclub leisten bemerkenswerte Fronarbeit und Barbeiträge in der Höhe von total 250 000 Franken. Vom Lotteriefonds und Sporttoto sind 250 000 Franken zugesichert worden.

Ausgewiesenes Bedürfnis


Dem FC Wettswil-Bonstetten geht es wie anderen Clubs: Er platzt förmlich aus allen Nähten. Im Club integriert sind 4 Aktivmannschaften mit 80 und 14 Juniorenmannschaften mit rund 240 Spielern, die aus allen drei Gemeinden kommen. 385 Spiele und Turniere sowie rund 1400 Trainings pro Jahr belasten Platz und Infrastruktur. Und vor allem: 80 fussballbegeisterte Kinder befinden sich auf einer Warteliste. Tendenz steigend. FCWB-Präsident Adrian Gallmann hebt die erzieherische Bedeutung der Vereine hervor. «Wir sind überzeugt, dass unsere Junioren-Arbeit im weiteren Sinne sozialpädagogischen Charakter hat und präventiv gegen Suchtprobleme wirkt», sagt er. Und mit Stolz fügt der WB-Präsident bei, dass der FCWB vom Zürcher Fussballverband vier Mal als vorbildlicher Verein für überdurchschnittliches Engagement im Kinder- und Jugendbereich ausgezeichnet worden ist. Und für 2009 im Verband sogar als «Verein des Jahres» vorgeschlagen ist. Der FCWB leistet jährlich rund 12 500 Arbeitsstunden auf freiwilliger Basis, der in der Nationalliga A spielende und gegen 100 Mitglieder zählende Streethockeyclub deren 3500. Die Bemühungen in Sachen Jugendförderung werden durch den vom FCWB und dem Skiclub Bonstetten initiierten polysportiven «J+S Kids-Kurs» unterstrichen. Zehn Vereine aus dem Unteramt führen diesen Kurs für 5- bis 10-Jährige durch. Er ermöglicht Kindern, sich vielseitig sportlich zu betätigen und herauszufinden, wo sich Talente verstecken.

Infrastruktur-Probleme


Die stets wachsenden Vereine bekunden zunehmend Mühe mit der vorhandenen Infrastruktur. Platz und Garderoben im «Moos» sind laut Adrian Gallmann viel zu klein. Insbesondere sehnen die Fussballer einen Kunstrasen herbei, der ein durchgehendes Training ermöglicht - und im Winter nicht zuletzt die Hallen entlastet, wodurch andere Vereine mehr Kapazität erhalten. Im Winter ist der Platz im «Moos» unbespielbar, denn oft liegt auf dieser Ebene mehr Schnee als anderswo. Die Integration eines Streethockeyfelds im «Moos» macht aus verschiedenen Gründen Sinn - nicht zuletzt, weil im «Moos» Lärmimmissionen weniger ins Gewicht fallen als am angestammten Platz beim Schulhaus Schachenmatten, Bonstetten.

«Günstiger wird es nicht»


Seit 2006 befasst sich auch Adrian Gallmann intensiv mit diesem Erweiterungsprojekt. Vor vier Jahren war die Finanzlage unbestritten besser, die Kosten noch nicht das dominierende Thema. Für den WB-Präsidenten wäre es aber dennoch nicht nachvollziehbar, wenn das Projekt aus diesen Gründen scheitern würde. «Strafen wir die Jugend nicht mit dem Verhindern solcher Projekte. Irgendwann würde es wieder zum Thema, weil auch die Region Unteramt mit derzeit 12 000 Einwohnern weiter wachsen wird. «Dann wäre es aber ungleich teurer», sagt Gallmann und wirft noch ein weiteres Argument ein für eine jetzige Realisierung, das auch gegen eine Redimensionierung oder gegen ein Etappierung spricht: In der regierungsrätlichen Genehmigung der Erholungszone «Moos» ist eine Bedingung hinsichtlich Fruchtfolgeflächen-Kompensation und Oberboden-Verwertung zu erfüllen. So soll überschüssige Humusmenge auf der an die Fussballplatz-Erweiterung angrenzende Nationalstrassen-Rekultivierungsfläche Chisenblatt verwertet werden. Mit der Aufwertung des geschädigten Bodens kann der Fruchtfolgeflächen-Verlust kompensiert werden. Das bedingt, dass mit der Fussballplatz-Erweiterung spätestens im Frühsommer 2010 begonnen werden muss. Denn die Rekultivierungsarbeiten des Nationalstrassenbaus müssen bis Ende 2010 abgeschlossen sein. «Eine Verschiebung der Fruchtfolge-Flächen würde Mehrkosten in der Höhe von 350 000 Franken nach sich ziehen», so Adrian Gallmann.

Ohne Solidarität nicht möglich


Behörden und Vereine sind sich bewusst, dass die Verwirklichung eines solchen Projekts heute nur noch gemeindeübergreifend möglich ist und der Solidarität aller Vereine bedarf. Auf Behördenebene gab es in dieser Beziehung keinerlei Probleme. «Innerhalb von wenigen Wochen lag die Zustimmung für eine Beteiligung an den Investitions- und Betriebskosten vor» sagt der Wettswiler Gemeindeschreiber Reinhold Schneebeli. Und der Wettswiler Tiefbauvorstand Hanspeter Eichenberger ergänzt: «Die Kooperationsbereitschaft ist auch auf Behördenebene grösser. Es geht nur noch zusammen - diese Erkenntnis ist gewachsen.» Behörden und Vereine der drei Gemeinden halten ausserdem übereinstimmend fest, dass das Projekt in mehreren Staffeln überarbeitet worden ist. Es enthält nach ihrer Auffassung keinen «Firlefanz», ist aber eine perfekte, solide und bedürfnisgerechte Erweiterung im «Moos» ohne unnötigen Luxus, die für die nächsten Jahre «verhebt».

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