SBB
Zugstrecke Bern-Olten war zu - weil Passagier Notbremse zog

Die Neubaustrecke, die Bern mit Olten und auch Basel verbindet, war am Donnerstagmorgen für den Bahnverkehr gesperrt. Grund: Ein Passagier hat die Notbremse gezogen. Der stillstehende Zug blockierte die nachfolgenden Kompositionen.

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Der Interregio von Bern nach Olten fährt zur Zeit nicht

Der Interregio von Bern nach Olten fährt zur Zeit nicht

Keystone

Passiert ist es am Donnerstagmorgen um 8.45 Uhr. Im Intercity-Zug von Brig nach Basel hat ein Passagier bei Burgdorf die Notbremse gezogen und zwar in einem Tunnel. Der Lokführer konnte den IC dank der Notbrems-Überbrückung noch aus dem Tunnel fahren, wie Christian Ginsig, Mediensprecher der SBB, auf Anfrage der az erklärt.

Dabei verlor die Bremsleitung Luft. Am Tunnelausgang gelang es dem Lokführer nicht, die Bremsleitung zurückzustellen, wie Ginsig sagt. Denn die Notbremsung hatte auch noch eine Bremsstörung ausgelöst. Daraufhin entschieden die SBB, die Neubaustrecke ganz zu blockieren, um die Passagiere zu evakuieren.

Bahnverkehr unterbrochen

Der nachfolgende Interregio, der via Olten, Aarau, Baden nach Zürich fuhr, und den Hauptbahnhof Bern um 8.36 Uhr verliess, verlangsamte seine Fahrt nach rund 15 Minuten und stoppte schliesslich ganz auf offenem Feld, wie ein Zugsreisender gegenüber az erklärt.

Kurz darauf die Durchsage der Zugsführerin: Weil in einem vorangehendem Zug jemand die Notbremse gezogen habe, verzögere sich die Fahrt auf unbestimmte Zeit.

Die Pendler warteten, riefen ins Büro an und meldeten die Verspätung. Wenig später meldete sich Zugsführerin erneut und bat die Passagiere «aus Sicherheitsgründen» ja den Zug nicht zu verlassen. Ein paar Minuten später dann die Botschaft: «Unser Zug fährt zurück nach Bern».

Inzwischen haben die SBB die Bremsstörung beheben können, die Evakuierung abgeblasen und die Strecke wieder freigegeben. Sie ist normal befahrbar. Die betroffenen Passagiere erleiden Verspätungen von bis zu 90 Minuten.

Den Notbremser haben die SBB laut Ginsig bis jetzt nicht erwischt. Klar sei aber, dass es sich um eine mutwillige Notbremsung gehandelt habe, am Zug konnte die Bahn jedenfalls keinen Defekt feststellten. Sollte der Notbremser erwischt werden, dann droht ihm eine Anzeige. Sollten Passagiere wegen der Verspätung Schadenersatz anmelden, müsste er dafür aufkommen und auch eine saftige Busse bezahlen. (rsn)