Schweiz

Zu viele Deutschschweizer und zu wenige Frauen arbeiten für den Bund

Hier arbeiten viele Mitarbeitende der Bundesverwaltung: Die Taubenstrasse in Bern.

Hier arbeiten viele Mitarbeitende der Bundesverwaltung: Die Taubenstrasse in Bern.

Der Bundesrat ist zufrieden mit dem Personalmanagement seiner Verwaltung. Von 18 Zielen sind 16 vollständig erreicht worden.

(sat) Probleme ortet der Bundesrat einerseits bei der noch immer übermässig hohen Vertretung von Deutschschweizern in seiner Verwaltung. So sei der entsprechende, in der Personalstrategie der vergangenen vier Jahre festgehaltene Auftrag laut der am Montag veröffentlichten Berichterstattung über das Personalmanagement der Bundesverwaltung «erst teilweise» erfüllt worden. Konkret lag der Anteil Deutschsprachiger über dem Zielband, während das Italienische, Französische und Rätoromanische im selben Zeitraum in der Verwaltung laut Bundesrat noch immer nur «angemessen» vertreten waren.

Über dem Maximalwert von 70,5 Prozent deutschsprachigen Mitarbeitern lagen letztes Jahr das VBS und Uvek (je 75,6 Prozent), gefolgt vom WBF (72,6) und EJPD (74). Die höchste sprachliche Durchmischung hatte einmal mehr die Bundeskanzlei (59,7 Prozent Deutschschweizer). Allerdings sind dort auch die meisten Übersetzungsdienste angesiedelt.

89 Prozent der Ziele erreicht

Das einzige Ziel, welches der Bundesrat mit seiner Personalstrategie 2016-2019 gänzlich verpasst hat, ist die Geschlechterverteilung insgesamt. Allerdings betont die Landesregierung in ihrer Mitteilung, dass der Zielwert nur noch «knapp» um 0,1 Prozent verpasst worden sei. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil Männer in der Verwaltung denn auch in der Tat um vier Zehntelpunkte auf 56,1 Prozent gesunken. Über dem Männer-Soll liegen nach wie vor das VBS mit 65 Prozent – und dies obwohl der Bereich Verteidigung bereits nicht berücksichtigt wurde. Ebenfalls einen Männer-Überhang weisen das Uvek (62,4 Prozent), das EFD (59,4), sowie das EJPD und das WBF (je 53,3) auf.

Zufrieden zeigt sich der Bundesrat in seiner Mitteilung über das Erreichen praktisch aller übrigen Ziele. Namentlich der Frauenanteil in den mittleren und obersten Kaderlohnklassen, aber auch die Steigerung des Anteils der Frauen im Verteidigungsbereich und beim Grenzwachtkorps. Aber auch die erreichten Ziele zu Lernenden und Hochschulpraktika, Behinderten oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Arbeitszufriedenheit führen laut Bundesrat zu einer insgesamt positiven Bilanz, respektive zu einer Zielerreichungsquote von insgesamt 89 Prozent.

Der Bericht über das Personalmanagement der Bundesverwaltung geht nach der Verabschiedung durch den Bundesrat nun an die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommissionen der eidgenössischen Räte.

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