Mensa
Zu klug für einen Verein? Im Club für Hochbegabte herrscht Chaos

Wer einen Intelligenz-Quotienten über 130 aufweist, darf dem elitären Club «Mensa» beitreten. Dort hängt seit längerem der Haussegen schief. Ein Machtkampf stürzte die Gescheiten ins Chaos.

Christian Bütikofer
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Chaos im Hochbegabtenverein Mensa
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 Die offizielle Website von Mensa Schweiz ist praktisch abgeschaltet.
 Mensa zählt mehr als 100'000 Mitglieder. In der Schweiz sind um die 860 Personen dabei.
 Die Ausgebooteten haben einen eigenen Auftritt ins Internet gestellt.

Chaos im Hochbegabtenverein Mensa

Zur Verfügung gestellt

Mensa ist der grösste Verein für Menschen mit einem hohen Intelligenzquotienten (IQ). Der Hochbegabtenverein wurde 1946 gegründet, hat weltweit etwa 100'000 Mitglieder und ist die bekannteste Gesellschaft dieser Art.

Die Schweizer Führungsriege widmet sich zwar noch dem Vereinszweck, der Förderung des Austauschs zwischen hochintelligenten Menschen, allerdings unter wenig harmonischen Vorzeichen.

Teil des Vorstandes ausgebootet

Denn im Schweizer Ableger mit ungefähr 860 Mitgliedern herrscht seit Monaten dicke Luft. Der fünfköpfige Vorstand ist heillos zerstritten. Die Vorstände Stefan Horbelt, David Byham und Tankred Warnke entschieden offenbar, die Kollegen Mark Dettinger und Ute Blasche von ihren Ämtern zu entheben. Die zwei liessen sich das nicht gefallen, seither herrscht im Verein grosse Verwirrung.

Mitglieder erhielten etwa Einladungen für eine ausserordentliche Generalversammlung in Genf, um kurz darauf wieder eine Ausladung zu erhalten, gefolgt von einer erneuten Einladung. Die Mitglieder sollen darüber befinden, wer in den Vorstand gehört und wer nicht.

Webseite und E-Mails abgeschaltet

Plötzlich funktionierten die Mensa-E-Mail-Adressen nicht mehr und wenig später wurde auch die offizielle Homepage von Mensa Schweiz gelöscht (Mensa.ch) - nur um unter Real-mensa.ch wieder aufzutauchen. Real-Mensa steht unter dem Einfluss der ausgebooteten Vorstände Mark Dettinger und Ute Blasche.

Seit wenigen Tagen kursiert nun eine E-Mail, in der Mark Dettinger dem «Triumvirat» Horbelt/Byham/Warnke unter anderem Zensurvorwürfe macht und von «Tricks» die Rede ist. Das E-Mail liegt az vor.

Inzwischen beschäftigt die nationale Querele auch Mensa International: Wahlbeobachter sollen darüber wachen, dass die IQ-Überflieger bei ihrer Generalversammlung einander nicht übers Ohr hauen.

Die zwei Parteien nahmen bis zur Veröffentlichung des Artikels gegenüber az keine Stellung.