Bundesfinanzen

Zollpersonal protestiert an Grenzübergängen gegen «blinde Sparwut»

Mitglieder der Gewerkschaft GaraNto wehren sich gegen den Stellenabbau

Mitglieder der Gewerkschaft GaraNto wehren sich gegen den Stellenabbau

Am Morgen haben rund 200 Zoll- und Grenzwacht-Angestellte in Basel, Chiasso, Genf und St. Margrethen gegen die Sparmassnahmen des Bundes protestiert. Die Gewerkschaft GaraNto wehrt sich mit der Aktion gegen Stellenabbau.

Das Zoll- und Grenzwachtpersonal verteilte Schokolade und Flyer mit dem Titel "Sicherheit erträgt keine Kompromisse" an die Automobilisten an den Grenzübergängen, wie GaraNto-Zentralsekretär André Eicher auf Anfrage erklärte. Mit der Aktion wehrt sich die Gewerkschaft gegen das jüngste Sparprogramm des Bundes, das einen Abbau von zusätzlich 90 Stellen vorsieht.

Aus Sicht von GaraNto hatte bereits der frühere Abbau von 420 Stellen einschneidende Auswirkungen: So sinke die Kontrolldichte an der Grenze und im grenznahen Ausland stetig, wie GaraNto schreibt. Gleichzeitig wüchsen die Sicherheitslücke und der Unmut bei den Angestellten.

Unterstützt wird die Gewerkschaft auch vom Schweizerischen Bauernverband, der sich mit der Aktion des Zoll- und Grenzwachtkorps solidarisierte. Griffige Grenzkontrollen seien die Voraussetzung dafür, dass die einheimische Produktion vor illegalen Importen geschützt sei, teilte der Bauernverband mit.

Die Eidgenössische Zollverwaltung räumt ein, dass es im Personalbestand "Lücken gibt", wie Jérome Coquoz, Zolldirektor für die Westschweiz der Nachrichtenagentur SDA in Genf sagte. Coquoz wehrt sich aber gegen die Schlussfolgerung, wonach die geringe Kontrolldichte eine Gefahr für die Sicherheit sei.

Täglich passierten durchschnittlich 3000 Lastwagen, Hunderte von Zügen und Zehntausende von Personen alleine die Grenzen in der Romandie. Auch mit zusätzlichem Personal sei es unmöglich, diesen Verkehr vollumfänglich zu kontrollieren.

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