Die 16-tägigen Bemühungen um einen Dialog seien erschöpft, "wir können nicht weiter Fristen setzen", sagte Delegationsmitglied Mayra Mejia. Zelayas Verhandlungsführer Víctor Meza hatte Michelettis Delegation zuvor ein Ultimatum gesetzt.

Wenn sie nicht bis Mitternacht (Freitag 08.00 Uhr MESZ) - wie von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gefordert - Zelayas Wiedereinsetzung ins Präsidentenamt zustimme, betrachte er den Dialog als beendet.

Die Gegenseite hatte das Ultimatum zurückgewiesen. Michelettis Delegation will nach Angaben von Delegationsmitglied Vilma Morales erst später am Tag auf die Aufforderung reagieren oder einen Gegenvorschlag vorlegen.

Zelaya war Ende Juni entmachtet und vom Militär ausser Landes gebracht worden. Ende September kehrte er heimlich in seine Heimat zurück und sitzt seither in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa fest. Gemäss der honduranischen Verfassung darf er nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren. Die nächsten Wahlen sollen am 29. November abgehalten werden.

Die Menschenrechtsorganisation Komitee für vermisste Gefangene in Honduras erklärte unterdessen, seit dem Putsch seien in Honduras 21 Menschen gewaltsam ums Leben gekommen. In mehr als 4000 Fällen seien Menschenrechtsverletzungen festgestellt worden. Nach Angaben der Übergangsregierung wurden seit Zelayas Absetzung vier Menschen getötet.