Wie die baskische Zeitung "El Correo" am Sonntag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, wurden die Pläne im Frühjahr 2004 von französischen Anti-Terror-Einheiten aufgedeckt. Das Material wurde demnach im südfranzösischen Saint-Michel beschlagnahmt.

Der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba sagte, es sei richtig, "dass es eine theoretische Studie gab, die nie mehr als das war". Einen konkreten Plan der ETA für einen Angriff auf den König habe es aber nie gegeben.

Laut "El Correo" überlegte die ETA, einen Helikopter oder ein Flugzeug des spanischen Königs mit einer Boden-Luft-Rakete anzugreifen. Auf den beschlagnahmten CDs seien auch Planungen für mögliche Raketenanschläge auf Mitglieder der spanischen Regierung entdeckt worden.

König Juan Carlos geniesst in der spanischen Bevölkerung breite Unterstützung, für die ETA verkörpert er jedoch den Zentralstaat, der sich den Unabhängigkeitsbestrebungen der Basken entgegenstellt.

Die ETA kämpft seit vier Jahrzehnten gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Nordwesten von Spanien. Dabei starben mehr als 820 Menschen, unter ihnen auch zahlreiche Politiker.