Burgdorf
Zeigen, was effizient ist

Nach Langnau folgt Burgdorf: Ab dem 1. Juli erhält auch die Emmestadt eine Energieberatungsfiliale. Die beiden Büros sind für 42 Gemeinden zuständig – sie bieten ein breites und professionelles Informationsspektrum an.

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Energie

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Berner Rundschau

Fabienne Wüthrich

Erste Beratung ist kostenlos

Die Energieberatungsstellen des Vereins Region Emmental werden vom Kanton Bern unterstützt. Dieser zahlt einen Franken pro Einwohner und Jahr. Der Verein hat ebenfalls die 42 Gemeinden der Region angeschrieben und deren Interesse schriftlich abgeklärt. «Der Rücklauf war bisher sehr gut», sagt Geschäftsführerin Karen Wiedmer. Nicht alle würden bei der Finanzierung mithelfen, aber sehr viele. Sie würden mit etwa 90 Prozent rechnen. Die Kosten tragen beispielsweise auch die Gemeinden Bätterkinden, Kirchberg, Koppigen, Lyssach und Rüdtligen-Alchenflüh mit. Sie bezahlen 50 Rappen pro Einwohner und Jahr. Dafür könne die Bevölkerung, aber auch Firmen die Beratung nutzen. Eine solche ist im Prinzip kostenlos. Einzig für eine Vorortberatung wird neu im ganzen Kanton Bern ein kleiner Unkostenbeitrag in Rechnung gestellt. Die Beratung ist firmen- und produkteneutral. Die Dienstleistung besteht im Wesentlichen aus Wissenstransfer, Vorgehensberatung und Coaching. (FWB)

In Sachen Energieberatungsstelle war die Region unteres Emmental bisher praktisch ein weisser Fleck. Bisher. Ab dem 1. Juli ändert sich das nun: Nach Langnau erhält nämlich auch Burgdorf ein solches Büro - es soll zur Anlaufstelle für 42 Gemeinden werden. Die Idee, diese Beratung in Burgdorf einzuführen, geht auf den Verein Region Emmental (siehe Kasten) zurück. Laut Geschäftsführerin Karen Wiedmer verfügte nur das Obere Emmental in Langnau über eine Energieberatung - zehn Gemeinden wurden dabei abgedeckt. Mit der Gründung der neuen Region Emmental stellte sich aber die Frage: «Wie weiter?» «Wir wollten das flächendeckend anbieten - für die ganze Region», sagt sie. Auch die Strategie des Kantons Bern sehe solche Anlaufstellen vor. Deshalb hätten sie das Gespräch mit dem Kanton gesucht und bereits letztes Jahr angefangen, das Projekt aufzugleisen.

Fast alle Gemeinden wollten Beratung

Bei den 42 Gemeinden wurde gemäss Wiedmer schliesslich eine Umfrage gestartet - und eine Infoveranstaltung durchgeführt. «Das Echo war sehr gut», sagt sie. Fast alle Gemeinden hätten sich für eine Energieberatungsstelle ausgesprochen. Ende 2008 wurden die Mandate ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Arbeitsgemeinschaft Kast, Sutter und Gubser. Die drei Energieberater stehen nun Firmen, Gemeinden und Einwohnern in Langnau und Burgdorf ab dem 1. Juli für Fragen zur Verfügung. Dabei gibt es eine zentrale Telefonnummer, und die drei Experten teilen sich die Arbeit in der Region Emmental untereinander auf.

verein region emmental

Der Verein Region Emmental ist ein Zusammenschluss von 42 Gemeinden, er hat Mitglieder von Zielebach bis Schangnau. Er koordiniert öffentliche Aufgaben im Emmental und befasst sich mit regionalpolitischen Fragen von gesamtregionaler Bedeutung. So beispielsweise mit der Umsetzung des Agglomerationsprogramms oder dem Stand der Verkehrserschliessung Emmental. (FWB)

Energiesparmassnahmen fördern

Wie eine solche Beratung konkret abläuft, erklärt Wiedmer: Hätten Firmen oder die Bevölkerung ein energietechnisches Problem, könnten sie die Büros kontaktieren. «Muss jemand eine Heizung sanieren, kann er sich an die Energieberater wenden», sagt sie. Gemeinsam würden die Hauseigentümer und die Fachleute nach neuen Möglichkeiten suchen und diese überprüfen. Stichworte wie Solarenergie oder Endwärme spielten dabei unter anderem eine wichtige Rolle. «Die Experten zeigen, was effizient ist - und was optimiert werden kann.» Natürlich werde auch die Wirtschaftlichkeit nicht vergessen; die Berater erstellten ebenfalls eine Kostenrechnung für ihre Kunden.

Vorteile einer solchen Beratung sehe sie etliche, sagt Wiedmer. Sie konkretisiert: «Es werden beispielsweise Energiesparmassnahmen gefördert.» Kunden würden auf die Energieeffizienz und das Sparen sensibilisiert. Und: «Die Nutzer können sich breit und unabhängig informieren lassen.» Dabei wollten die Büros auf keinen Fall das Gewerbe konkurrenzieren - im Gegenteil: «Wir möchten die Wirtschaft mit den Projekten unterstützen.»

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