Zehntausende protestieren gegen thailändische Regierung

Für Thaksin, gegen die Regierung

Für Thaksin, gegen die Regierung

Bei der bislang grössten Demonstration gegen Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva, haben über 60 000 Demonstranten das Zentrum der thailändischen Hauptstadt Bangkok lahmgelegt. Sie forderten den Rücktritt des Regierungschefs.

Die wegen ihrer roten Kleidung auch "Rothemden" genannten Anhänger des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra, versammelten sich vor dem Regierungssitz und vor der Residenz des früheren Ministerpräsidenten und Generals Prem Tinsulanonda.

Protestführer Nattawut Saikuar, ein Vertrauter Thaksins, sagte vor der Menge: "Wir sind hier, um die Regierung rauszuwerfen."

Er forderte auch den Rückzug von General Prem, der dem thailändischen König Bhumibol Adulyadej als Berater dient. Eine solche Forderung gilt bei den monarchietreuen Thailändern als Tabubruch. Thaksin wirft Prem vor, im Jahr 2006 seinen Sturz herbeigeführt zu haben.

Nattawut kündigte an, der bereits seit Ende März andauernde Sitzstreik vor dem Regierungssitz werde bis mindestens Freitag fortgesetzt.

Die Proteste verliefen friedlich. Rund 10 000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Abhisit sagte vor Journalisten, die Regierung werde gegen "Provokateure" entschieden vorgehen.

Die Verschärfung in der seit Monaten andauernden politischen Krise Thailands kommt für Abhisit zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Am Freitag beginnt in dem Badeort Pattaya das Gipfeltreffen des Verbandes Südostasiatischer Staaten (ASEAN).

Am Dienstag hatten die "Rothemden" in Pattaya das Auto von Abhisit angegriffen und dabei die Heckscheibe demoliert. Abhisit wurde nicht verletzt.

Der ASEAN-Gipfel war im vergangenen Jahr schon einmal verschoben worden, als seinerzeit Gegner Thaksins das Regierungsgebäude und die Flughäfen Bangkoks besetzten und damit das öffentliche Leben in Thailand weitgehend lahmlegten.

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