An der Demonstration beteiligten sich laut italienischen Medien Anhänger von Mafia-Opfern aus ganz Italien und anderen europäischen Ländern. Sie trugen Plakate mit Bildern der Mafia-Opfer.

Angeführt wurde der Demonstrantenzug vom Schriftsteller Roberto Saviano, Autor des Bestsellers "Gomorrah" über die Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia. Saviano erntete brausenden Applaus als er vor der versammelten Menschenmenge eine schier endlose Liste mit den Namen der Mafia-Opfer las. Das Auftreten Savianos war bis zuletzt aus Sicherheitsgründen geheim gehalten geworden.

"Die Mafia ist weder unbesiegbar noch unsterblich. Dies ist die starke Botschaft dieser Demonstration", sagte Regionspräsident Antonio Bassolino bei der Kundgebung. Der nationale Antimafiastaatsanwalt Pietro Grasso mahnte die Bevölkerung, die Augen offen zuhalten, "denn die organisierte Kriminalität mit ihrem Kapital profitiert von der aktuellen Wirtschaftskrise".

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Antimafia-Bewegung "Libera", die sich für die Befreiung Süditaliens von dem Druck der Mafia einsetzt. "Weniger Worte und mehr Taten sind wichtig, um die Mafia zu bekämpfen", sagte Pater Luigi Ciotti, der "Libera" im Jahr 1995 gegründet hat.

"Libera" ist ein Dachverband aus 50 Gruppen, die auf verschiedene Weise gegen das organisierte Verbrechen kämpfen. 2500 Menschen sind in Italien in den vergangenen zehn Jahren der Mafia zum Opfer gefallen. 70 Prozent der Mafia-Morde sind unbestraft geblieben, in den meisten Fällen kennt man nicht einmal den Beweggrund für das Verbrechen.