Gesundheit

Zecken-Ansteckungen: Die Schweiz steuert auf einen Rekord zu

Zecken – hier fotografiert auf einen Blatt – können auch Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. (Symbolbild)

Zecken – hier fotografiert auf einen Blatt – können auch Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. (Symbolbild)

Im ersten Halbjahr hat das Bundesamt für Gesundheit bereits 198 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis registriert. Der bisherige Rekord liegt bei 206 Ansteckungen pro Jahr. Zecken übertragen die Krankheit.

(sat) Die Ansteckungszahlen variieren zwar von Jahr zu Jahr stark. Doch steigen die Infektionen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in der Schweiz seit Beginn der Erhebung durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Jahr 2000 immer stärker an. Am Montag nun hat das BAG in seinem Bulletin die Zahlen für die erste Jahreshälfte veröffentlicht. Demnach haben sich in der Schweiz bis Ende Juni bereits 198 Personen bei einem Zeckenbiss mit FSME angesteckt. Der bisherige Rekord, bei dem in einem ganzen Jahr nur wenige FSME-Ansteckungen mehr als bisher in der ersten Jahreshälfte gezählten wurden, datiert aus dem Jahr 2018. Im vergangenen Jahr lag die Zahl nur etwa halb so hoch. Gegen FSME, das ein Virus ist, kann man sich ab sechs Jahren impfen.

Die zweite Krankheit, welche Zecken am häufigsten übertragen, ist Borreliose. Bei einer Ansteckung kann dieses Bakterium mit Antibiotika behandelt werden. Das BAG geht aufgrund Berechnungen davon aus, dass bis Ende Juni in der Schweiz 7600 akute Fälle von Borreliose von Ärzten behandelt wurden. Insgesamt geht das BAG aufgrund von Hochrechnungen davon aus, dass wegen Zecken dieses Jahr bereits 19'600 Arztbesuche stattgefunden haben. Während die Anzahl Borreliose-Fälle laut BAG dem Mittel der vergangenen Jahre entsprechen ist die Zahl der Arztbesuche dieses Jahr höher. Allerdings liege sie derzeit noch tiefer als im bisherigen Rekordjahr 2018.

Folgen von Lockdown und warmem Frühling

Als Begründung führt das BAG auf seiner Internetseite aus, die günstige Witterung für Zecken und Menschen im Frühling hätte wohl viele dazu bewogen, «ihre Freizeit unter Einhaltung der aufgrund der derzeitigen Covid-19-Pandemie empfohlenen Abstandsregeln im Freien zu verbringen». Gleichzeitig habe sich «die Gesundheitskrise möglicherweise indirekt auf den Impfzugang ausgewirkt».

«Dieser Bericht zeigt, dass auch im Jahr 2020 sehr viele Zeckenstiche und zeckenübertragene Krankheiten gemeldet wurden», hält das BAG in seinem Bulletin fest. Die Prävention vor Zeckenbissen bleibe daher wichtig. Dazu verweist das BAG einerseits auf die von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften entwickelte «Zecken-App». Andererseits rät das BAG zu geschlossener Kleidung, geschlossenen Schuhen und Zeckensprays.

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