Roberto Zanetti
Zanettis Weg an die Spitze

Am Parteitag der SP in Solothurn war erstmal Schulterklopfen ob des guten Resultats von Roberto Zanetti im ersten Wahlgang der Ständeratswahlen angesagt. Mit seiner Seilschaft als Wahlhelfer fühlt sich Zanetti gut unterwegs.

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Aargauer Zeitung

Andreas Toggweiler

Dass Zanetti angesichts seines Glanzresultates vorbehaltlos in den 2. Wahlgang geschickt wurde, war an sich am Parteitag der SP in Solothurn eine Formalie. Die Genossen genossen zuerst einmal: die Ausführungen von Wahlkampfleiter Markus Schneider, der Zanettis Weg an die Spitze mit eindrücklichen Zahlen schilderte. Mit über 40 Prozent der Stimmen war er in sechs der zehn Solothurner Bezirken erste Wahl. Dasselbe gelte für 14 der 17 grössten Solothurner Gemeinden.

Im Vergleich zu den Regierungsratswahlen 2003, als Zanetti ebenfalls gegen je einen Gegner aus SVP und CVP antrat, habe er 4,5 Prozent mehr Stimmen holen können. Schneider unterstrich erneut das Wählerpotential über das eigene Wählersegment hinaus. Der Wahlkampfchef unterstrich, dass für den 2. Wahlgang die Stimmbeteiligung von grosser Bedeutung sei. «Die Erfahrung zeigt: wenn die Wahlbeteiligung deutlich sinkt, verlieren wir.» In diesem Sinne rief er zu einem erneuten Effort auf.

Dies sei umso wichtiger, falls weiterhin drei Kandidaten im Rennen blieben, ergänzte Zanetti, der zuerst seinen Wahlhelfern ausführlich dankte - von Parteisekretär Niklaus Wepfer über die Plakatierer bis zur Facebook-Gruppe. Insbesondere dankte er Nationalrätin Bea Heim für ihre uneingeschränkte Loyalität (Heim hatte sich parteiintern für das Amt beworben).

Mit Ausnahme von gewissen CVP-Exponenten sei der Wahlkampf fair verlaufen, bilanzierte er zudem und erwähnte - wohl nicht ganz uneigennützig - eine SVP-Veranstaltung in Bettlach, welche ihn trotz inhaltlichen Differenzen diesbezüglich beeindruckt habe. Zanetti verglich seinen Wahlkampf mit einem Aufstieg aufs Matterhorn. «Wir sind jetzt an der Hörnlihütte. Mit Euch als Seilschaft wage ich mich gerne an den Schlussaufstieg.»

Die Wirkung von Gehirnwäsche

Für den neuen SP-Präsident der Stadt Olten, den Schriftsteller Alex Capus, ist es eine «Herzensangelegenheit», wer den Sitz des verstorbenen Ständerates Ernst Leuenberger einnehmen darf.

Unter dem Eindruck des neuen Minarett-Verbotes mahnte Capus auch: nämlich jene zweifellos mehr als vereinzelten SP-Wähler, welche diesem mit ihrer Stimme zum Durchbruch verholfen haben. «Neoliberale Gehirnwäsche und milliardenschwerer Populismus bleiben nach 20 Jahren nicht wirkungslos», stellte er fest.