Diese Schritte stellten ein Novum in der Bergsportbranche dar, sagte Bruno Hasler vom SAC gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Rückrufe erfolgten bislang jeweils nur von einzelnen Herstellern. "Die Schwere der entdeckten Sicherheitsmängel hat die Branche aufgeschreckt."

Umfangreiche Tests des Deutschen Alpenvereins (DAV) und der Hersteller haben ergeben, dass viele am Markt befindliche Klettersteig-Sets mit Reibungsbremsen erhebliche Mängel aufweisen und bei einem Sturz im Extremfall reissen können, wie der SAC in einer Mitteilung festhält. Es handle sich um einen "produktspezifischen Effekt".

Erste Produkte zurückgezogen

Auslöser der Tests war ein tödlicher Klettersteigunfall in Tirol im vergangenen Sommer. Durch die häufige Benutzung sei das Klettersteig-Set des Verunglückten so stark geschwächt gewesen, dass die Lastarme rissen, schreibt der SAC. Der DAV führte daraufhin Tests durch, um die Tragweite des Problems zu erfassen.

Hersteller wie Salewa und Mammut haben am Montag reagiert und betroffene Produkte vorsorglich zurückgerufen. Bereits letzten Sommer gab es eine Rückrufaktion einiger Hersteller, wobei auch Sets mit elastischen Lastarmen betroffen waren.

Die DAV Sicherheitsforschung hat nun eine Rückrufliste zusammengestellt, die insgesamt 10 Hersteller umfasst. Hasler schätzt, dass die Liste alle betroffenen Hersteller in der Schweiz umfasst. Allerdings gebe es keine Garantie. "Denn es besteht keine Meldepflicht in der Branche."