Unwetter
Zahlreiche Bahnstrecken in den Schweizer Bergen weiter unterbrochen

Wegen der heftigen Schneefälle durch das Wintertief «Andrea» bleiben in den Schweizer Bergen auch am Freitag zahlreiche Bahnstrecken unterbrochen. In den Bergen stürmte es auch am Morgen noch stark. Die Lawinengefahr ist vielerorts gross.

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"Andrea" hat Streckensperrungen verursacht (Symbolbild)

"Andrea" hat Streckensperrungen verursacht (Symbolbild)

Keystone

Nach Angaben der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) werden gewisse Störungen den ganzen Tag andauern. So sind die MGB-Strecken Herbriggen-Randa, Andermatt-Dieni, Niederwald-Andermatt sowie Göschenen-Andermatt wegen Lawinengefahr bis auf weiteres gesperrt. Die Reisenden des Glacier Express werden via Visp-Bern-Zürich-Chur (bzw. umgekehrt) umgeleitet.

Auch die Strecke Preda-Bever auf der Linie Chur-St.Moritz der Rhätischen Bahn ist unterbrochen.

Zwischen Lauterbrunnen und Zweilütschinen sorgt ein umgestürzter Baum für Behinderungen im Bahnverkehr. Ausserdem bleiben auch der Autoverlad Furka und der Autoverlad Oberalp bis auf weiteres eingestellt.

Wegen Schneefalls ist bei der Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB) der Bahnverkehr zwischen Paccot und Rochers-de-Naye unterbrochen. Auch mehrere Strecken der Jungfraubahnen sind zurzeit unterbrochen. Wegen des Sturms sind Bäume auf die Fahrleitungen gefallen.

Auf dem Streckennetz der SBB gibt es nach Angaben von SBB- Sprecher Reto Schärli lediglich im Unterwallis bei St. Maurice noch Probleme. Dort seien mehrere Strecken nur einspurig befahrbar. Die Gotthardstrecke ist hingegen normal befahrbar.

Noch immer kräftige Böen

Auch am Freitagmorgen stürmte es auf den Bergen immer noch stark. Um 6.30 Uhr wurden auf dem Gornergrat immer noch 151 Kilometer pro Stunde gemessen, wie SF Meteo mitteilte. Auch in den Tälern gab es noch kräftige Böen: Im Urner Reusstal wurden 90 km/h gemessen, in Visp und am Walensee rund 80 km/h.

In den Alpen schneite es auch am Freitagmorgen immer noch kräftig weiter. Es muss auch tagsüber mit anhaltendem Schneefall gerechnet werden. In den Skigebieten waren am Freitagmorgen zahlreiche Lifte und Anlagen, vor allem in höheren Lagen, geschlossen.

Gemäss Angaben des Lawinenforschungsinstituts vom Freitagmorgen besteht in weiten Teilen der Alpen grosse Lawinengefahr, also Stufe 4 auf der fünfteiligen Gefahrenskala.

Die Stufe 4 gilt im ganzen Wallis, im Gotthardmassiv und in den Alpen der Zentralschweiz, weiter in den Glarner Alpen, am Alpstein und in Graubünden vom Tujetsch bis ins Unterengadin. In den übrigen Gebieten ist die Lawinengefahr in der Regel erheblich.

Im Wallis, im Berner Oberland und im Kanton Waadt sind wegen der Lawinengefahr einige Strassen und Strassenabschnitte gesperrt.

Das Oberwalliser Dorf St. Niklaus hat zurzeit keinen Strom und die Telefonlinien sind unterbrochen. Ebenfalls ohne Strom sind im Kanton Waadt die Regionen Diablerets, Aigle, Leysin und Ollon.

Grosse Schneemengen

Im Hochgebirge liegen generell grosse Schneemengen. Auf der Schneemessstation Gadmen auf rund 2100 Metern über Meer ergab die automatische Messung eine Schneehöhe von 4 Meter 26, auf dem Säntis wurde am Freitagmorgen eine Schneehöhe von 3 Metern 70 gemessen. Auf den Walliser Bergen liegen verbreitet mehr als 3 Meter Schnee.