Särge wurden durch die Menschenmenge getragen. Die Provinzregierung rief einen Trauertag aus, der öffentliche Nahverkehr stellte den Betrieb ein und die meisten Geschäfte blieben geschlossen.

In die Trauer der Menschen mischte sich Wut, die sich in zum Teil widersprüchlichen Sprechchören entlud: "Nieder mit Amerika. Nieder mit den Taliban. Nieder mit Israel." Innenminister Rehman Malik machte sunnitische Extremisten für den Anschlag verantwortlich.

Beim schwersten Anschlag in Karachi seit zwei Jahren hatte sich ein Selbstmordattentäter mitten in einer Prozession von fast 50'000 Schiiten anlässlich des Aschura-Fests in die Luft gesprengt. Nach Angaben der Polizei wurden 43 Menschen getötet und mehr als 60 verletzt. Am Montag war die Zahl der Toten zunächst mit 30 angegeben worden.

Angriffe wie in Karachi können Experten zufolge das Ziel haben, Gewalt zwischen den Religionsgruppen zu entfachen. Die Sunniten bilden in Pakistan die Mehrheit, die Schiiten mit rund 20 Prozent eine Minderheit.