Neue Studie

Zahl der Suizide bei Schweizer Bauern deutlich über dem Durchschnitt – was ein Experte Angehörigen rät

Anzahl von Suiziden bei den Bauern liegt über dem Durchschnitt

Anzahl von Suiziden bei den Bauern liegt über dem Durchschnitt

Das Risiko von Suizid ist bei Bauern 37 Prozent höher als bei anderen Männern aus einer ländlichen Gemeinde. Das zeigt eine neue Studie von der Universität Bern.

Das Risiko von Suizid ist bei Bauern 37 Prozent höher als bei anderen Männern aus einer ländlichen Gemeinde. Das zeigt eine neue Studie von der Universität Bern.

Zukunftsangst, Geldsorgen, Nachfolgeprobleme: Vor allem aus diesen drei Gründen verzweifeln Schweizer Bauern. Das geht aus einer neuen Nationalfonds-Studie der Universität Bern hervor. Und nicht nur das: Die Selbstmord-Rate liegt bei den Bauern liegt deutlich über dem Durchschnitt. Zwischen 1991 und 2014 nahmen sich 447 von ihnen das Leben, wie die Sonntagszeitung schreibt.

Auch ein Landwirt, der anonym bleiben will, erzählt von einem tragischen Beispiel von einem ihm bekannten Bauern. "Er hat sich überschuldet und wusste nicht mehr weiter. Er nahm sich das Leben."

Während die Suizid-Rate anderer Schweizer Männer aus ländlichen Gemeinden laufend sinkt, nimmt sie bei Landwirten seit 2003 zu. So hatten Bauern laut Studie zuletzt ein um 37 Prozent höheres Suizid-Risiko. «Solche Zahlen machen uns sehr betroffen und lassen nur erahnen, welche menschlichen Schicksale dahinter stehen», sagt Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands.

Er habe schon mehrere Fälle im Umfeld erlebt. «Diese Schicksale haben mich persönlich stark beschäftigt. Man sucht nach den Gründen. Man fragt sich, ob man helfen hätte können. Man bleibt auch selber meist ratlos.» Hilfe bietet das Bäuerliche Sorgentelefon. «Die Anrufe von ausgebrannten und verzweifelten Betroffenen nehmen bei uns zu», sagt Präsident Lukas Schwyn. 

Benno Winkler vom Netzwerk "Hofkonflikt" hilft Bauern, die verzweifelt sind. Angehörigen rät er: "Thema ansprechen, rasch Hilfe holen, nicht tabuisieren und nicht glauben, sie seien die einzigen." Man müsse davon ausgehen, dass viele davon betroffen sind. Finanzielle Probleme seien verbreitet. 

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