Philippinen

Zahl der Opfer des Massakers auf den Philippinen steigt

Soldat bewacht Fundort der Leichen

Soldat bewacht Fundort der Leichen

Die Philippinen unter Schock: Einen Tag nach dem schlimmsten politisch motivierten Massaker in der Geschichte des Landes wird das Ausmass immer deutlicher: Die Polizei fand insgesamt 46 Leichen, wie die Behörden mitteilten.

Am Vortag war zunächst von 21 Toten die Rede gewesen. Mehr als 100 Bewaffnete hatten am Montag den Autokonvoi eines Gouverneurskandidaten überfallen und seine Anhänger sowie begleitende Lokaljournalisten brutal ermordet.

Dem Blutbad liegt ein Machtkampf zwischen rivalisierenden Familien zu Grunde. Die Ampatuan-Familie stellt die Gouverneure der Provinz Maguindanao und der grösseren autonomen Region Muslimisch-Mindanao. Der Provinzgouverneur darf nach drei Legislaturperioden nicht mehr antreten.

Sein Sohn wollte nun das Amt übernehmen. Ein Mann aus dem Mangadadatu-Clans wollte stattdessen gegen den Ampatuan antreten. Der Mangadadatu-Clan war am Montag auf dem Weg, um die Papiere für die Kandidatur von Esmael Mangudadatu einzureichen.

Unter den Toten waren viele Frauen des einflussreichen Mangudadatu-Clans. Soldaten gruben die Leichen mit Schaufeln und blossen Händen aus. Die Toten wiesen Schusswunden und Verletzungen mit Macheten auf. Einigen der getöteten Männer waren die Hände auf dem Rücken gefesselt, wie ein Reuters-Fotograf berichtete. Auch eine schwangere Frau war unter den Opfern.

Ebenfalls getötet wurde nach Angaben von Militärvertretern die Frau des Gouverneursbewerbers Esmael Mangudadatu, dessen Kandidatur die Gruppe anmelden wollte.

Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo verhängte den Ausnahmezustand in Maguindanao, der Nachbarprovinz Sultan Kudarat und in Cotabato City. Damit haben Polizei und Armee in der Region rund 930 Kilometer südlich von Manila im muslimischen Süden des Landes freiere Hand bei der Verfolgung der Verdächtigen.

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