Damit lag die Zahl der Gesuche wieder auf einem ähnlichen Niveau, wie vor den Umwälzungen in Nordafrika, wie das Bundesamt für Migration (BFM) am Mittwoch mitteilte. Diese Entwicklung widerspiegelt sich teilweise auch in den Gesuchszahlen aus Tunesien: Sie gingen um 17 Prozent auf 284 Gesuche zurück, erreichten aber noch nicht das Vorkrisenniveau.

Tunesier und Tunesierinnen reichten letzten Monat am meisten Asylanträge ein. Sie lösten die Menschen aus Eritrea ab, die im Mai noch für die meisten Gesuche gesorgt hatten. Deren Zahl hat sich im Juni jedoch mehr als halbiert auf noch 234 Gesuche. Am drittmeisten Gesuche stammten von Nigerianern. Diese Gesuchszahlen blieben mit 123 aber stabil.

Zunahme im ersten Halbjahr

Mit Blick auf das erste Halbjahr 2011 kann festgestellt werden, dass die Zahl der Asylgesuche gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich höher liegt aber nicht explodiert ist. Während in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres 7244 Gesuche eingereicht wurden, waren es dieses Jahr mit 9795 Gesuchen rund 35 Prozent mehr.

Ende Juni befanden sich insgesamt 38'416 Menschen mit einem hängigen Asylgesuch in der Schweiz. Das sind 4 Prozent oder knapp 1500 mehr als Mitte 2010.

Fallen die Asylzahlen im zweiten Halbjahr ähnlich aus wie im ersten Halbjahr könnten im Gesamtjahr etwa knapp 20'000 Gesuche eingehen. Zum Vergleich dazu: 1999 wurden in der Schweiz, vor allem wegen des Kosovokrieges, 47'513 Asylgesuche eingereicht.