Wahlen 2011

Yello-Meier: SVP ist «Volkverhetzungspartei»

SVP-Kritiker: Dieter Meier (Archiv)

SVP-Kritiker: Dieter Meier (Archiv)

Der Allround-Künstler Dieter Meier greift die SVP frontal an. Die Volkspartei mache mit Stammtischparolen Klamauk und schüre Stimmungen, «die den Schweizer Werten widersprechen», sagt er.

Der Yello-Sänger Dieter Meier geht am 23. Oktober nicht wählen: «Ich bin in den USA gemeldet, und als Auslandschweizer ist Wählen kompliziert», sagt er in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag». «Ausserdem bin ich wahnsinnig wahlfaul.»

Politisch interessiert ist er aber, insbesondere wenn das Gespräch auf die SVP kommt. Er fände es sinnvoll, wenn die Jungen der SVP die Stirn bieten würden. «Es kann doch nicht sein, dass einige Milliardäre aus ihrer Portokasse unsinnige Anliegen finanzieren und ein falsch verstandenes Schweizertum salonfähig machen.» Er habe nichts gegen eine rechtskonservative Partei, eine solche gehöre zur Schweiz. Aber die SVP sei keine rechtskonservative Partei, sondern ¯eine populistisch-opportunistische Volksverhetzungspartei, die mit Stammtischparolen Klamauk macht und Stimmungen schürt, die den Schweizer Werten widersprechen», so Meier.

SVP-Vordenker Christoph Blocher hält er für ein «Irrlicht», das ebenso sang- und klanglos wieder verschwinden werde wie einst James Schwarzenbach.

«Ich umkreise Themen»

Sich selber sieht Meier als Bastler, und so hat er collagenartig ein autobiographisches Bilderbuch zusammengestellt, das sein Leben und seine Karriere dokumentiert. «Ich umkreise Themen, bin wie ein Pilz. Pilze haben ein Geflecht unter der Erde, das ist die Anlage. Wenn dann tatsächlich etwas wächst, kommt mir das wie ein Wunder vor. Ich staune wie ein Aussenstehender.»

So staunt er oft: Denn Meier ist Musiker, Filmer, Fotograf, Weinbauer, Restaurantbetreiber - und bald auch Möbeldesigner, wie er der Zeitung «Der Sonntag» verrät. Er arbeite mit einem jungen Designer an einem Projekt, das «Touch» heisse.

«Wir wollen billige industriegefertigte Plastikstühle aus Asien importieren und diese auf Sitzfläche und Armlehnen mit Leder veredeln.» Ihr Motto sei: «Wherever you get in touch with that chair, its like a Rolls Royce.»

Die Idee hat Meier an seinem kleinen VW Lupo ausprobiert, den er seit 15 Jahren fährt. «Der Wagen ist gut, innen hatte er jedoch ein unangenehmes Polyester-Polster. Deshalb liess ich ihn mit rotem Leder ausstatten, und so fahre ich Bentley, ohne dass es jemand sieht.»

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