Studie

WWF kritisiert gigantische Verschwendung in Fischerei

Fischer auf den Phlippinen (Archiv)

Fischer auf den Phlippinen (Archiv)

Die weltweite Fischerei betreibt nach einer neuen Studie der Umweltstiftung WWF eine gigantische Verschwendung: Mindestens 40 Prozent aller Fische und Meerestiere, die in die Netze der Fischindustrie gehen, sind demnach sogenannter Beifang.

Das sind fast 40 Millionen Tonnen pro Jahr, wie der WWF Deutschland mitteilte. Grosse Teile davon würden als toter Müll noch auf See über Bord geworfen. Andere würden zwar verwertet, aber ohne angemessenes Management gefischt.

Diese Verschwendung habe unabsehbaren Folgen für das Leben im Meer und die Zukunft der Fischerei. "Wir steuern auf eine ökologische, ökonomische und humanitäre Krise zu, wenn die weltweite Fischerei nicht auf nachhaltige und zielgenauere Fangmethoden umstellt", sagte WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht.

Für den WWF-Report wurden rund zwei Drittel der weltweiten Meeresfischerei auf ihren Beifanganteil untersucht. Insgesamt betrug der jährliche Fang schätzungsweise 95,2 Millionen Tonnen, davon wurden 38,5 Millionen Tonnen als Beifang identifiziert.

Der Beifang verschärft nach Ansicht des WWF das Problem der Überfischung. "Die Fischbestände können sich nicht erholen, solange 40 Prozent von allem, was wir aus dem Meer holen, wie Müll behandelt und nicht auf Fangquoten angerechnet wird", sagte Schacht.

In den Netzen landeten zu viele Jungtiere, die über Bord geworfen werden, weil sie zu klein sind. Ausserdem fielen auch Meeresschildkröten, Delfine und Haie den Fangmethoden zum Opfer und würden damit in ihrem Bestand gefährdet.

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