Den Aargauer Offizieren reichts. In ihrem Unmut über den Vorstand der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) haben sie in die Tasten gehauen. Ihr Schreiben, das der «Nordwestschweiz» vorliegt, richtet sich direkt an den Präsidenten der SOG, Stefan Holenstein, und kommt einer Meuterei gleich.

Den sieben Sektionspräsidenten der Aargauer Offiziersgesellschaft (AOG) passt zweierlei nicht: Die finanzielle Situation im nationalen Dachverband und wie der Vorstand mit ihr umgeht. Denn die SOG will das 75'000 Franken tiefe Loch in ihrer Verbandskasse mithilfe ihrer über 20'000 Mitglieder stopfen und beantragt an der Delegiertenversammlung vom 18. März die Erhöhung der Mitgliederbeiträge. Für die Aargauer Offiziere der falsche Weg.

Sie schreiben: «Der Antrag auf Erhöhung der Mitgliederbeiträge ist eine Bankrotterklärung des SOG-Vorstands.» Die Offiziere empfehlen in ihrem offenen Brief, den Antrag abzulehnen und fordern den Rücktritt von den Vorstandsmitgliedern, «welche sich für die finanzielle Situation verantwortlich fühlen».

Holenstein sieht sich auf Kurs

Die Aargauer Attacke erstaunt Stefan Holenstein, wie er gegenüber der NZZ sagt: «Wir haben in den vergangenen Monaten gute Gespräche mit den Sektionen und Kantonalpräsidenten geführt.» Er ist überzeugt, dass die SOG auf gutem Kurs ist. Zudem habe sich der Vorstand auch selber ein einschneidendes und substanzielles Sparprogramm verordnet, wie der frühere Generaldirektor des Automobil Clubs der Schweiz (ACS) weiter sagt.

Verantwortlich für die derzeitige finanzielle Schieflage des SOG ist unter anderem der Aufbau eines professionellen Generalsekretariats.