WSB; Bahnhof
WSB blockiert die Ostumfahrung

Einsprache gegen Bauprojekt für neue Perron- und Gleisanlagen – zweifacher Kopfbahnhof wäre Alternative

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WSB Bahnhof Aarau

WSB Bahnhof Aarau

Aargauer Zeitung

Hermann Rauber

Das Projekt der WSB, am Bahnhof Aarau ihre Perron- und Gleisanlagen zu erweitern, stösst auf Widerstand. Als störend empfinden namentlich Anwohner im Gönhardquartier, dass die Hintere Bahnhofstrasse nach wie vor von WSB-Kompositionen gekreuzt wird.

Es ist unbestritten, dass die jetzige Infrastruktur der Wynental- und Suhrentalbahn am Bahnhof Aarau nicht mehr den Anforderungen genügt. Das Projekt für eine Erweiterung der Anlagen liegt im Moment im städtischen Rathaus in Aarau öffentlich auf (AZ vom 28. April). Juristisch gesehen geht es um ein «ordentliches Plangenehmigungsverfahren» nach eidgenössischem Eisenbahnrecht. Einsprachen sind deshalb an das Bundesamt für Verkehr in Bern zu richten.
Es ist damit zu rechnen, dass dieses aus dem Aarauer Gönhardquartier Post erhalten wird, und zwar mit dem Antrag, das laufende Plangenehmigungsverfahren «vorerst zu sistieren».

Wichtige Verkehrsachse
Anrainer weisen darauf hin, dass die Hintere Bahnhofstrasse offiziell ein Teilstück der Aarauer Ostumfahrung ist, die die Bahnhofstrasse und das Gönhardquartier vom motorisierten Durchgangs- respektive Schleichverkehr entlasten soll. Heute aber wird diese wichtige Achse alle 7,5 Minuten durch einen aus- oder einfahrenden WSB-Zug blockiert. Sollte der Fahrplantakt von heute 15 auf 10 Minuten verdichtet werden, würde gar alle 5 Minuten eine Komposition auf der Schiene die Hintere Bahnhofstrasse queren. Der Sinn der Ostumfahrung würde nach Meinung von Einsprecher Albert Kuster «endgültig zur Farce». Und zwar unabhängig von der Aussicht, dass die Verbindung nach dem Endausbau vom Aargau als Kantonsstrasse übernommen wird.
Zwei getrennte Kopfbahnhöfe
Mit dem jetzt aufliegenden Projekt werde laut dem Einsprecher «die Entflechtung Strasse/Bahn in keiner Weise angegangen». Den gordischen Knoten lösen könnte nach dem Vorschlag von Albert Kuster eine Variante mit zwei Kopfbahnhöfen für die Züge aus dem Wynen- und dem Suhrental. Damit könne man den Betriebsablauf vereinfachen und die Unfallgefahr auf der Hinteren Bahnhofstrasse «stark reduzieren», heisst es in der Einsprache. Der neue Kopfbahnhof Wynental müsste an den Perron des Gleises 6 des SBB-Bahnhofs abgepasst werden. Dies wäre die logische Fortsetzung der laufenden Eigentrassierung der WSB zwischen Aarau, Buchs und Suhr. Den Kopfbahnhof Suhrental könnte man am bisherigen Ort belassen. Damit dürfte sich der Strom der WSB-Passagiere auf den heutigen Anlagen halbieren. Die Auflagen für behindertengerechte Perronzugänge könnten ohne Abstriche erfüllt werden.

Im Rahmen der noch bevorstehenden Fertigstellung der Hinteren Bahnhofstrasse durch die Stadt könnte gemäss der Einsprache an das Bundesamt für Verkehr eine neue Unterführung mit Rampen die Verbindung der beiden Kopfbahnhöfe garantieren. Deshalb wird dem Bundesamt für Verkehr beantragt, «vorerst Studien und Vorprojekte für die Entflechtung der WSB-Strassenquerung an der Hinteren Bahnhofstrasse zu erstellen».