Wohnen

Wohnungsmieten in der Schweiz stark angestiegen

Vor gewaltiger Kulisse: In Crans-Montana entstehen Wohnungen (Archiv)

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Trotz Tiefstzinsen sind die Wohnungsmieten in der Schweiz zwischen 2000 und 2010 um über zwanzig Prozent angestiegen. Die Teuerung betrug im gleichen Zeitraum nur neun Prozent. Dies zeigt die am Donnerstag veröffentlichte Strukturerhebung zum Wohnungswesen des Bundesamts für Statistik (BFS).

Demnach zahlte ein Mieter in der Schweiz Ende 2010 pro Monat durchschnittlich 1284 Franken für die Wohnung. Am tiefsten in die Tasche greifen mussten Mieter in den Kantonen Zug, Schwyz und Zürich. Die Kantone Jura, Neuenburg, Wallis und Glarus waren am mietgünstigsten.

Laut BFS waren die 3-Zimmer-Wohnungen unter den Mietwohnungen am stärksten vertreten. Die durchschnittliche Monatsmiete für diese Wohnungskategorie betrug auf gesamtschweizerischer Ebene 1216 Franken. Im Jahr 2000 waren es noch 976 Franken.

Mieterverband empört

Der Schweizerische Mieterverband reagierte empört auf die neu publizierten Zahlen. "Es braucht Massnahmen gegen die hohen Wohnkosten, insbesondere bei Neuvermietungen", teilte er mit.

Im untersuchten Zeitraum sei der Referenzzinssatz von 4,5 Prozent auf 3,0 Prozent gesunken. Profitiert davon hätten die Eigentümer, nicht aber die Mieter. Der Verband fordert deshalb eine klare Begrenzung der Mietzinsaufschläge bei Vermietungen.

Immer mehr Wohneigentum

Die Untersuchung ergab zudem, dass sich immer mehr Menschen in der Schweiz den Traum einer eigenen Wohnung erfüllen. Mehr als jeder Dritte war Ende 2010 Wohneigentümer. Das sind 200'000 Haushalte mehr als zehn Jahre zuvor. Der Trend der früheren Untersuchungen hält damit an.

Ende 2010 lebten demnach in der Schweiz 36,8 Prozent der Bevölkerung in ihrer eigenen Wohnung. Dies entspricht 1'264'900 Haushalten. Seit 1970 ist die Wohneigentumsquote stetig angestiegen. 1970 lag sie noch bei 28,5 Prozent, bei der Volkszählung im Jahr 2000 gaben schon 34,6 Prozent der Haushalte eigenes Wohneigentum an.

Die Anzahl Wohnungen im Stockwerkeigentum hat laut BFS am stärksten zugenommen. Deren absolute Zahl ist zwischen 2000 und 2010 von 237'700 auf 373'500 angestiegen. Die Mehrheit der Eigentümer leben aber nach wie vor in einer Wohnung im eigenen Haus.

Grosse kantonale Unterschiede

Eine regionale Analyse zeigt, dass zwischen den Kantonen grosse Unterschiede bestehen. Die Kantone Jura (58,0%) und Wallis (56,8%) weisen die höchsten Wohneigentumsquoten auf, die städtischen Kantone Basel-Stadt (14,6%) und Genf (17,0%) hingegen die tiefsten. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden (51,6%) und Aargau (49,3%) lebt jeder zweite Haushalt in seiner eigenen Wohnung.

Die Studie, die nur Wohnungen berücksichtigt, liefert zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 aktuelle Daten zu den Wohnverhältnissen in der Schweiz.

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