Wohnen, Arbeit, Kultur statt Konfi

Die Grundlagen für die Umzonung des Hero-Areals von der Arbeitszone in die «Spezialzone Hero» und der Gestaltungsplan gelangen nach erstaunlich kurzer Zeit in die entscheidende Phase. Schon 2010 könnte mit den Bauarbeiten für den neuen Stadtteil begonnen werden.

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Die vor anderthalb Jahren in Angriff genommene Planung für die Umgestaltung des 61 000 Quadratmeter grossen Hero-Areals sollte die Vision eines völlig neuen Quartiers erfüllen: Wohnen, Arbeit und Kultur anstelle der Herstellung von Konserven.

Das (vorläufige) Konzept möchte 60 Prozent des Geländes nördlich des Bahnhofs Lenzburg für Wohnen, 30 Prozent für Büros, Dienstleistungen und stilles Gewerbe sowie 10 Prozent für Kultur und Gastronomie, unter anderem ein Hotel mit 80 Zimmern, nutzen, wie Giancarlo Perotto von der Losinger Construction AG feststellte, die von der neuen Besitzerin, der Elektra Birseck Münchenstein (EBM), als Generalunternehmerin eingesetzt wurde.

1000 Einwohner mehr?

Die Dimensionen des neuen Stadtteils sind beeindruckend. Etwa 600 Wohneinheiten werden entstehen, die 1000 bis 1200 zusätzliche Einwohner beherbergen können. Das bedeutet eine Steigerung der Einwohnerzahl von Lenzburg um runde 15 Prozent.

Trotzdem wird das Hero-Areal sein Gesicht nicht gänzlich verlieren, denn drei markante Gebäude am Bahndamm und am Niederlenzer Kirchweg sollen bestehen bleiben. «Die Planung erfolgte unter dem Gesichtspunkt der Bedeutung der Hero für die Stadt Lenzburg», betonte Antti Rüegg, Architekt im Büro Burkard Meyer aus Baden. So wird denn auch die bestehende Struktur für die Erschliessung übernommen.

Sieben Baufelder

Die Bauzeit ab 2010 wird auf sieben bis zehn Jahre veranschlagt. Genauer lässt sich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, denn es werden sicherlich verschiedene Investoren und verschiedene Architekten tätig werden. Das gesamte Areal wird in sieben Baufelder aufgeteilt, die etappenweise realisiert werden können.

Begrenzt wird die «Spezialzone Hero» durch die Bahnlinie im Süden, den Niederlenzer Kirchweg im Westen, die Sägestrasse im Norden und das Aabachtal im Osten. Für dieses Gebiet legt der Gestaltungsplan die Grundzüge der neuen Nutzungen fest.

Verkehr nur von Norden

Innerhalb des neuen Quartiers wird der Motorfahrzeugverkehr un-terbunden. Die Zufahrt erfolgt einzig über drei Knoten von der Sägestrasse her, die zu den Tiefgaragen führen. 850 Parkplätze werden insgesamt bereitgestellt, davon nur 100 oberirdisch am Rande des Quartiers.

Für die Versorgung, die Müllabfuhr, Notfälle usw. wird um eine so genannte «Neue Mitte» eine Spange als interne Erschliessung gebaut. Die «Neue Mitte» wird als Begegnungs- zentrum mit einem kleinen Park gestaltet. An Grün soll es im Quartier ohnehin nicht fehlen. Die Grünzone im Aabachtal wird von etwa 4000 auf 8000 Quadratmeter verdoppelt, und grüne Streifen greifen fingerförmig in die Überbauung hinein.

Zwischennutzungen möglich

Während der langen Bauzeit sind Zwischennutzungen für längstens zehn Jahre möglich, wie Bauamtschef Richard Buchmüller feststellte. Perotto fügte hinzu, dass man für jegliche Ideen offen sei.

«Das Interesse an dem, was sich auf dem Hero-Areal entwickelt, ist riesengross», stellte Stadtammann Hans Huber angesichts des Publikumsaufmarsches fest. Ganz heikle Fragen wurden kaum gestellt.