Lilly-Anne Brugger

Am Tag, nachdem der Projektierungskredit für den «Generationen-Campus» in Stein mit nur 12 Stimmen hauchdünn abgelehnt wurde, stellt sich die Frage, wie geht es nun mit der Wohnbaugenossenschaft Zentrum Dorf weiter? Diese Genossenschaft wurde im November des letzten Jahres gegründet und hat zum Ziel, gute und günstige Alterswohnungen zu schaffen. Diese hätten im «Generationen-Campus» auf dem «Rheinfels»-Areal entstehen sollen. Dabei wären nicht nur Alterswohnungen entstanden, sondern auch eine Begegnungszone für Jung und Alt, verbunden mit einem Angebot an altersgerechten Kursen und Unterhaltung.

Zukunft noch offen

«Wie es mit der Wohnbau-Genossenschaft weitergehen wird, hängt von der Entscheidung der Arbeitsgruppe zum ‹Generationen-Campus› ab», sagt Werner Schneider. Er ist Präsident der Wohnbaugenossenschaft Zentrum Dorf. Da von den Gegnern des «Generationen-Campus» verschiedene Forderungen eingegangen sind, befürchtet Schneider jedoch eine Patt-Situation. Deshalb ist er der Meinung, dass sich der Gemeinderat nun mit den Referendumsführern an einen Tisch setzen und alle Forderungen auf einen Nenner bringen muss. «Sonst muss das Projekt begraben werden», so Schneider. «Momentan kann ich aber noch nichts zur Zukunft der Wohnbaugenossenschaft sagen.»

Bis heute verfügt die Wohnbaugenossenschaft über 900 000 Franken Gesellschaftskapital. Davon hat die Gemeinde Stein 500 000 Franken beigetragen und auch die Ortsbürger von Stein sind am Kapital beteiligt. Der ursprüngliche Plan war, bis Ende Februar 2009 ein Genossenschaftskapital von 2 Millionen Franken zu generieren. Bis heute seien 75 Genossenschafter gefunden worden, sagt Werner Schneider. Allerdings sei die Suche nach weiteren Gesellschaftern und auch die Werbung beim Gewerbe eingestellt worden, als Widerstand aus der Bevölkerung bemerkbar wurde. Da das Gesellschaftskapital erst zugesichert, aber noch nicht an die Gesellschaft einbezahlt wurde, drängt sich auch keine Rückzahlung der Gelder auf.

«Vielleicht war die Idee einer Genossenschaft als Betreiberin des ‹Generationen-Campus› zu modern für Stein», sagt Werner Schneider. Der Genossenschaftsgedanke sei in Zürich oder Basel viel stärker verankert als im Fricktal. Für Werner Schneider ist aber klar, dass man nun über die Bücher gehen muss. «Das hätte man auch machen müssen, wenn der Entscheid anders ausgefallen wäre, denn ein Unterschied von nur 12 Stimmen ist ein Zufallsentscheid.»