Schlieremer Kandidaten
Wohin wollen Sie Schlieren führen?

Wie soll Schlieren 2018 aussehen? Und welche Rolle spielt der Stadtpräsident? Die Kandidaten Toni Brühlmann und Jean-Claude Perrin standen im Stürmeierhuus Red und Antwort.

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Sidonia Küpfer

Gleicher Ort, neue Zusammensetzung: Toni Brühlmann-Jecklin (SP) und der neu bestimmte bürgerliche Kandidat, Jean-Claude Perrin (SVP), traten am Donnerstag zum Podiumsgespräch der Kandidaten fürs Stadtpräsidium im Stürmeierhuus an. Dort, wo Brühlmann im Dezember schon mit Christian Meier die Klingen gekreuzt hatte. Zum Kandidatenwechsel mochte sich Jean-Claude Perrin nicht mehr äussern. «Ich trete an, weil es mich braucht», kommentierte er seine Kandidatur.
Moderiert von LiZ-Redaktor Jürg Krebs, erklärten sie ihre Ziele für Schlieren. Brühlmann zeichnete das Bild vom urbanen Schlieren mit geordneten Finanzen. Die neuen Quartiere sind belebt, und doch: «Was Schlieren ausmacht, das rege Vereinsleben und das Gefühl, dass wir noch immer ein Dorf sind, soll erhalten bleiben», sagt er.

«Eine schöne geliebte Ente»

Jean-Claude Perrin stützte sich auf das Bild des hässlichen Entleins, als das Schlieren einst bezeichnet worden sei: «Man kann nicht verlangen, dass Schlieren nun zu einem schönen weissen Schwan werde, das geht nicht. Aber die Stadt kann zu einer schönen geliebten Ente werden», so Perrin. 2018 werde Schlieren gebaut sein, dann sei die Zeit auf die Umwelt zu achten. Schlieremer Kinder sollen auch in der Stadt gehalten werden. Kurz: «Wenn es keine grossen Ansprüche mehr gibt an die öffentliche Hand, dann ist die Vision erfüllt», sagte Perrin.

Unterschiede stellten sich heraus, in der Art und Weise, wie die beiden Kandidaten ihr Amt ausfüllen möchten, sollten sie am 7.März im zweiten Wahlgang gewählt werden. Perrin erklärte, der Stadtpräsident sitze wie eine Spinne im Netz und müsse im Auge haben, in welchen Ressorts etwas nicht gut laufe. Daneben brauche es mehr Strategie- und weniger Beschlusssitzungen. Toni Brühlmann sieht den Stadtrat als strategisches Gremium, welches die Politik festlegen müsse. «Die Mitglieder müssen sich in diesem Gremium so wohl fühlen, dass sie ihre Arbeit gut machen.»

Ein paar Angriffe gelandet

Von Zeit zu Zeit ging es auch angriffig zu und her: Perrin warf seinem Stadtratskollegen Brühlmann vor, dieser halte das Geld zu wenig zusammen. Brühlmann entgegnete, es reiche als Finanzvorstand nicht, den Geldhahn zuzudrehen. Die Stadt müsse Investitionen tätigen, sei es für die Jugend oder für die ortsansässigen Vereine.
Unterschiedliche Strategien auch in der Frage der Priorisierung der Investitionen. Toni Brühlmann stellte sich auf den Standpunkt, das Wohnen im Alter sei etwas dringender als der Schulraum, vor allem die Pflegeplätze. Schüler hätten bislang noch keine auswärts platziert werden müssen, Senioren hingegen schon. Jean-Claude Perrin hielt sich bedeckt und sagte, die Prioritätenfrage müsse im Team entschieden werden und weigerte sich hartnäckig, sich in die Karten schauen zu lassen.

Die Angst vor dem SP-Mann

Zum Schluss wurde die Runde geöffnet und das Publikum konnte den Kandidaten auf den Zahn fühlen. Nebst Fragen zur Entschädigung, zur Unterstützung musischer Angebote für Junge, zur Einbürgerungspolitik oder zur Zusammenarbeit mit dem Geschäftsleiter interessierte die Frage nach der Unterstützung für das lokale Gewerbe: Jean-Claude Perrin regte eine Intensivierung der Kontakte zum Gewerbe an. Man solle das Gewerbe künftig weniger als Kunde, denn als Partner betrachten. Toni Brühlmann zerstreute die Angst des Gewerbes vor dem SP-Mann und erklärte, er anerkenne die Bedeutung von Firmen und Gewerbe durchaus und wolle die Kontakte auf jeden Fall weiterpflegen.
Auch der Verkauf der Gasversorgung wurde angesprochen und beide Kandidaten befürworteten einen Verkauf, wobei Perrin einräumte, dass allenfalls die Bedingungen besser sein könnten.