Ennetbaden
Wo soll in Ennetbaden die Mobilfunkantenne der Swisscom hin?

In Ennetbaden stösst die geplante Mobilfunkantenne der Swisscom auf erbitterten Widerstand. Eine Interessengemeinschaft fordert nun vom Gemeinderat ein Antennenkonzept für das gesamte Gemeindegebiet.

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Natelantenne Swisscom Ennetbaden

Natelantenne Swisscom Ennetbaden

Roman Huber

26 Einzeleinsprachen und 500 Unterschriften einer Sammeleinsprache wehren sich gegen die Mobilfunktantenne auf dem Mehrzweckgebäude Bachteli. Auch nach der öffentlichen Orientierung blieben die Differenzen. In Ennetbaden ist man überzeugt, dass sich ein besserer Standort finden lässt. «Die Swisscom will hier ihre marktpolitische Präsenz markieren», sagt Franz Heutschi. Der Mediziner hat mit Ingenieur Martin Brugger und Gleichgesinnten eine Interessengemeinschaft Antennenkonzept gegründet.

Demokratie sicherstellen

Ihr Antrag für ein Antennenkonzept soll vor die Gemeindeversammlung im kommenden November kommen. Die Antennenstandorte sollen gemeinsam von Betreibern, Gemeinde und einem externen Experten geplant werden. «Nach der heutigen Situation müssen wir von den drei Betreibern je drei, also neun Antennen an verschiedenen Standorten erwarten», sagt Brugger. Im Bachteli will die Swisscom mit einer Sendestärke auffahren, die es verunmöglicht, dass weitere Netzbetreiber diesen Standort nutzen könnten. Man will sich gegen die Versorgung nicht wehren, aber gegen Wildwuchs. Dahin zielt der Vorstoss des Kantons Aargau, der die Transparenz bei der Evaluation von Antennenstandorten bemängelt, was beim Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung berücksichtigt werden soll.

Die Kirche als Retter in der Not?

Vom Gemeinderat erwarten die Einsprecher mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Laut Bauverwalter Andreas Müller werden die von ihnen vorgeschlagenen Standorte geprüft, «sofern sie innerhalb des Baugebiets liegen». Ausserhalb des Baugebiets sind Standorte nur auf bestehenden Bauten möglich. Infrage käme der Kirchturm, sagt Müller. Dazu muss aber mit der Kirchgemeinde das Gespräch gesucht werden. Das würde bedingen, dass ein neues Bewilligungsverfahren eröffnet würde und die Swisscom ihr jetziges Gesuch zurückzieht. Die Einspracheverhandlungen finden nach diesen Abklärungen statt.

Den Einsprechern geht es um das Ortsbild und die Strahlung. Diese läge beim Schlafzimmerfenster der Heutschis bei voller Leistung nur 2% unter dem Grenzwert. Die volle Leistung benötigt Swisscom, wenn sie den UMTS-Empfang in den Häusern drin an der Peripherie des Strahlungsradius der Antenne sicherstellen will; UMTS ist die dritte Mobilfunkgeneration, die einen grösseren Datentransfer (Downloads, neue Handy-Generation, Laptops) ermöglicht. Franz Heutschi erinnert allerdings daran, dass sich Strahlungen an einem Ort kumulieren und zu einer Mehrbelastung führen.

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