Vermisst
Wo sind die Kinder? In der Schweiz werden 24 Minderjährige vermisst

Der Fall Maria hat die Welt erschüttert und konnte nach Tagen der Ungewissheit geklärt werden. Täglich kehren Kinder nicht mehr nach Hause zurück - auch in der Schweiz. Doch wo sind sie? Aktuell fehlt von 24 Minderjährigen jede Spur.

Merken
Drucken
Teilen
Schweizer Polizeibeamte bei einer Suchaktion nach einem Kleinkind auf dem Vierwaldstättersee

Schweizer Polizeibeamte bei einer Suchaktion nach einem Kleinkind auf dem Vierwaldstättersee

Keystone

Es gibt für Eltern nichts schlimmeres, als mit einer Ungewissheit zu leben, wo ihre geliebten Kinder stecken.

Die Herkunft des kleinen, blonden Roma-Mädchens Maria (4) aus Griechenland ist nach Tagen der Ungewissheit geklärt. Sie wurde von ihrer eigenen Mutter verkauft. Doch nicht alle Fälle von entführten oder vermissten Kindern können gelöst werden, auch in der Schweiz nicht.

Das ist Marias echte Familie
6 Bilder
Das ist Marias echte Familie
Das ist Marias echte Familie
Maria mit ihren Zieheltern
Mit Plakaten wurde nach den Eltern gesucht
Ist das Marias echte Familie?

Das ist Marias echte Familie

Keystone

So zeigt sich: Aktuell fehlt in der Schweiz von 24 Minderjährigen jede Spur.

Für die einzelnen Fälle sind die Kantonspolizeien zuständig. Alle Kinder mit Foto und einem Steckbrief aufgelistet hat die Stiftung Fredi auf ihrer Homepage.

Der jüngste Eintrag stammt vom 9. Oktober. Seither wird der 17-jährige Quentin Cloux aus dem Kanton Waadt vermisst.

Ob er von zu Hause ausgerissen ist oder einem Verbrechen zum Opfer fiel, ist noch unklar.

Einige Fälle können sich auch Jahrzehnte hinziehen. So sind sieben Kinder in den 1980er-Jahren verschwunden, von denen keine Spur geblieben ist.

Besonders auffallend ist allerdings, wie viele junge Frauen zwischen 13 und 17 Jahren mit Migrations- oder Adoptionshintergrund vermisst sind. Sechs sind es derzeit. «Das sind beunruhigende Fälle», sagt die Direktorin der Stiftung, Diane Burgy zur Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Es sei unklar, ob sie selber abgehauen sind, weil sie befürchten mussten, dass sie verheiratet werden, oder ob sie verschleppt und verheiratet oder zur Prostitution gezwungen wurden.

Ob die jungen Frauen je wieder auftauchen, ist ungewiss - sie sind alle seit zwei bis fünf Jahren verschwunden.

«Bei einem Verbrechen kommt es auf die ersten drei Tage an, danach besteht oftmals nur noch eine geringe Chance, die vermissten Kinder zu finden», sagt Burgy.