Gemeindewahlen im Aargau

Wo Dorfkönige am Wochenende zittern

Am Sonntag heisst es: Wahltag ist Zahltag. Im ganzen Aargau wählen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihre Gemeinderäte.

Mancherorts sind die Wahlen mehr oder weniger Formsache. In manchen Gemeinden besteht die grösste Herausforderung darin, genügend Kandidaten für die zu besetzenden Sitze zu finden. In anderen gibt es heisse Kämpfe um jedes Mandat. Auch verschiedene Gemeindeoberhäupter müssen zittern, weil sie von Kampfkandidaten herausgefordert werden. Die MZ verschafft den Leserinnen und Lesern, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einen Überblick, wo es am Sonntag spannend wird.


Aarau: Angriff auf Stadtammann Marcel Guignard

Spannend wird es in der Kantonshauptstadt: Zehn Kandidatinnen und Kandidaten streiten um die sieben Sitze im Stadtrat. Zur Wahl stellen sich sechs Bisherige, darunter auch Stadtammann Marcel Guignard (FDP), der bereits 22 Jahre in dieser Funktion tätig ist. Streitig gemacht wird ihm das Amt von Vizeammann Beat Blattner (SP) und vom jungen Michael Ganz von der lokalen Gruppierung Pro Aarau. Die Frage ist, ob der Freisinn seine bisherigen drei Sitze in der Stadtregierung halten oder ob die SVP nach achtjähriger Durststrecke wieder in das Untere Rathaus einziehen kann. Sie tritt mit Regina Jäggi an, der gegenwärtigen Frau Gemeindeammann von Rohr, denn die Vorortsgemeinde kann dank der Fusion erstmals bei der Besetzung der Aarauer Stadtratssitze mitwählen.

Suhr: Erbitterter Kampf zwischen zwei Wahlbündnissen

Auf den ersten Blick scheinen die Wahlen in Suhr zumindest für Aussenstehende eigentlich nicht sonderlich spannend, die Bürger haben hier lediglich die Wahl zwischen den zwei Wahlbündnissen «Zukunft Suhr» und «Echt Suhr». Doch es tobt ein heftiger Streit um die Macht im Dorf. Der vor vier Jahren erfolgreiche Zusammenschluss von CVP, EVP, SP und Grünen («Zukunft Suhr») ist FDP und SVP ein Dorn im Auge. Zusammen mit Parteilosen treten sie als IG «Echt Suhr» an, um die Mehrheit an sich zu reissen, und dies mit einer gehässigen Kampagne.

Lenzburg: SP und SVP erheben Anspruchauf das Vizeammann-Amt

Nachdem Vizeammann Jakob Salm (SVP) nicht mehr antritt, gibt es um den vakanten Stadtratssitz einen Dreikampf. Ohne Chance ist der Grünliberale Matthias Zurfluh; offen ist das Duell zwischen Franziska Möhl (CVP) und Werner Zeller (SVP). Um den Posten des Vizeammanns bewerben sich die bisherigen Stadträte Daniel Mosimann (SP) und Martin Stücheli (SVP).

Fahrwangen: Die Zeiten des Kandidatenmangels sind vorbei

Die wieder kandidierende Frau Gemeindeammann Marlène Campiche wird vom bisherigen Gemeinderat Werner Lehner herausgefordert. Dafür gibt es keinen offiziellen Kandidaten für den Vizeammann-Posten. Für die zwei vakanten Gemeinderatsposten bewerben sich vier neue Kandidaten; dies in einer Gemeinde, in der man bisher stets Mühe hatte, genügend Kandidaten zu finden.

Meisterschwanden: Der Ammann als «wilder» Kandidat

Nachdem der bisherige Gemeindeammann Kurt Kaufmann von seiner Partei (FDP) nicht mehr portiert wurde und er zuerst nicht mehr kandidieren wollte, entschloss er sich doch noch zu einer «wilden» Kandidatur, nachdem er von namhaften Vertretern von Wirtschaft, Gewerbe und Vereinen (etwa von Nicolas G. Hayek) dazu aufgefordert wurde. Mit Kaufmann, der mittlerweile aus der FDP ausgetreten ist, gibt es in Meisterschwanden für den Gemeindeammann zwei Kandidaten, für den Vizeammann zwei Kandidaten und für die fünf Gemeinderatssitze sieben Kandidaten.

Brugg und Windisch: Kampfwahlen um das Ammannamt

Eine spannende Ausgangslage präsentiert sich in den Zentrumsgemeinden Brugg und Windisch. In Brugg stehen nicht weniger als acht Kandidaten für die fünf Stadtratssitze zur Verfügung. Zwei von ihnen - Daniel Moser (FDP) und Andreas Schweizer (parteilos) - bewerben sich um das Amt des Stadtammanns, wobei Letzterer sich selbst kaum Chancen einräumt. In Windisch kommt es zur Kampfwahl um den Gemeindeammann. Neben dem Bisherigen Hanspeter Scheiwiler (FDP) tritt Vizeammann Heidi Ammon (SVP) an.

Würenlingen: Wer tritt das Erbe von Arthur Schneider an?

Zu einer Kampfwahl kommt es in der Gemeinde Würenlingen: Sowohl der bisherige Vizeammann André Zoppi (FDP) als auch der bisherige Gemeinderat Joe Merki (SVP) möchten als Gemeindeammann die Nachfolge von Arthur Schneider antreten. Für die Wahl in den Gemeinderat stellen sich alles in allem acht Kandidaten (drei bisherige und fünf neue) zur Verfügung.

Bad Zurzach: Grosser Ansturm auf Gemeinderatssitze

Genauso spannend ist die Ausgangslage in Bad Zurzach: Für die Wahl in den Gemeinderat treten im Bezirkshauptort ebenfalls drei bisherige sowie fünf neue Kandidaten an.

Baden: In den Zentren stehen die Zeichen nicht auf Veränderung

In der Zentrumsstadt Baden und ihrer (noch) grösseren Nachbargemeinde Wettingen, die sich bekanntlich nicht zur Stadtwerdung bekennen will, deutet politisch alles auf den Status quo hin. Denn beidenorts stellen sich die bisherigen sieben Stadt- bzw. Gemeinderäte, angeführt von den Ammännern und Grossräten Stephan Attiger (FDP) und Markus Dieth (CVP), am Sonntag zur Wiederwahl. Mangels Konkurrenz sollten sie diese auch problemlos im ersten Anlauf schaffen.

Obersiggenthal: Die SVP bläst zum Angriff auf das Ammannamt

In Obersiggenthal bläst die SVP nach dem Parteiaustritt von Vizeammann Hansruedi Hess, der als Parteiloser erneut kandidiert, mit Grossrat Eugen Frunz zum Grossangriff auf Gemeindeammann (und ebenfalls Grossrat) Max Läng (CVP). Frunz, der schon Gemeinderat war, will ausschliesslich Ammann werden. Kampfwahlen für dieses Amt gibt es auch in Niederrohrdorf, wo vier der fünf bisherigen Gemeinderäte abtreten, in Gebenstorf, Künten und Bergdietikon.

Acht Kandidatenfür fünf Sitze in Laufenburg

Mit dem Start der zusammengeschlossenen Gemeinde Laufenburg mit dem Ortsteil Sulz per 2010 beginnt auch eine neue Amtsperiode. Für die fünf Sitze im Gemeinderat bewerben sich nicht weniger als acht Kandidaten. Aus dem Ortsteil Sulz sind es vier bisherige, aus dem Ortsteil Laufenburg drei bisherige Gemeinderäte. Aus Laufenburg hat sich zudem vor einigen Wochen ein neuer Kandidat gemeldet. Für das Amt des Stadtammanns bewirbt sich der bisherige Stadtammann von Laufenburg, Rudolf Lüscher. Für das Vizeammannamt kandidieren Herbert Weiss (bisheriger Gemeindeammann von Sulz) und Wendelin Stäuble. Beide aus Sulz.

Kaiseraugst: Max Heller will es mit 68 noch einmal wissen

Die Geschicke von Kaiseraugst lenkt Max Heller seit 16 Jahren als Gemeindeammann. Nun möchte er es nochmals wissen und kandidiert mit 68 Jahren erneut für das Amt. Der SVP-Politiker ist in der fast 5000 Einwohner zählenden Gemeinde unumstritten, sodass seine Wiederwahl eher als Formsache gilt. Mit ihm stehen allerdings sieben Kandidierende auf der Liste, darunter vier Bisherige. SP und SVP hoffen jeweils, einen zweiten Vertreter in die Behörde schicken zu können, was die Spannung bis zum Urnengang aufrechterhält. (MOU)

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