Die Armee betont, es handle sich nicht um irgendeinen Armeeangehörigen der Miliz, sondern um einen ausgebildeten Flugzeugwart, der gleichwertige Kontrollen durchführe wie ein Berufsmilitär: «Diegebrochene Lasche des Befestigungsscharniers wurde nicht zufällig entdeckt.» Die Überprüfung der Jets werde vor, zwischen und nach den Flügen durchgeführt.

Vier Jets bleiben am Boden

Die Entdeckung des WK-Soldaten hatte Konsequenzen. Nachdem die gesamte F/A-18-Flotte notfallmässig gegroundet worden war, musste die Luftwaffe feststellen, dass mindestens drei weitere der 30 Maschinen von Rissen an den Befestigungsscharnieren betroffen sind.

Damit bleiben je zwei Einsitzer und zwei Zweisitzer vorläufig am Boden. Keine guten Nachrichten für den neuen Luftwaffenchef Bernhard Müller, der seinen Job erst vor kurzem angetreten hat. Bei sieben Fliegern sind die Abklärungen noch am Laufen.

Glück im Unglück ist, dass der Luftpolizeidienst trotz allem weiterhin aufrecht- erhalten werden kann. 14 F/A-18-Jets weisen keine Risse auf und sind flugtüchtig.

Die F/A-18-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe in Bildern: 

Die vier beschädigten Jets dürften aber zum Teil für mehrere Monate ausfallen, nachdem in den vergangenen Jahren bereits etliche Kampfjets abgestürzt sind. Ob allenfalls Bauteile ersetzt werden müssen, wie hoch die damit verbundenen Kosten sind und zu welchem Zeitpunkt die Flieger wieder einsatzfähig sind, kann die Armee noch nicht sagen.Der Wegfall von bis zu vier Maschinen bedeutet, dass die verbleibenden Flieger stärker beansprucht werden, was ihre Lebensdauer empfindlich verkürzt.

Bleibt die bange Frage: Ist die Schweizer Luftwaffe haarscharf an einer weiteren Katastrophe vorbeigeschrammt?

«Extrem kleine» Absturzgefahr

Nein, sagt die Armee. In einer Stellungnahme hält sie fest, der Bruch der Aufhängung hätte im schlimmsten Fall zu einem Verlust der Landeklappe geführt, was die Flugtüchtigkeit zwar eingeschränkt hätte, aber: «Das Risiko eines Flugzeugverlustes wird als extrem klein beurteilt.»

In den letzten fünf Jahren verzeichnete die Schweizer Luftwaffe zahlreiche tragische Unglücke, etliche davon mit Todesfolge: Im vergangenen September stürzte im Gebiet Schreckhorn in den Berner Alpen eine PC-7 ab. Der Pilot konnte nur noch tot geborgen werden. Ein Jahr davor verunglückte am Gotthard-Pass ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee. Beide Militärpiloten starben.

Im August desselben Jahres stürzte eine F/A-18 im Gebiet des Sustenpasses ab. Der Pilot kam ums Leben. Glimpflicher verlief der Absturz einer F/A-18 im Oktober 2015 südöstlich von Besançon, bei dem der Kapitän verletzt wurde. Das erste Unglück in dieser traurigen Serie ereignete sich am 23. Oktober 2013, als bei Alpnachstad in Obwalden eine zweisitzige F/A-18 zerschellte. Der Pilot und ein Fliegerarzt wurden dabei getötet. Die Luftwaffe betont, es gebe keinen Zusammenhang zwischen den Unglücken.