TecDay
Wissenschaft zum Anfassen

Am Freitag fand in der Kantonsschule Solothurn zum ersten Mal der sogenannte TecDay statt. Menschen aus Wissenschaft und Technik zeigten den Jugendlichen den praktischen Nutzen der Naturwissenschaft.

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Keystone

Eine besondere Atmosphäre herrschte am Freitag an der Kantonsschule Solothurn. Schülerinnen und Schüler informierten sich fernab der regulären Stundenpläne an speziell für diesen Tag bereitgestellten Infotafeln, in welche Räumlichkeiten sie sich begeben mussten. Die Pausenglocken blieben an diesem Tag stumm. Die ganze Schule stand ganz im Zeichen von Technik und Wissenschaft. Es war «TecDay».

«Mit dem TecDay möchten wir den Jugendlichen einen Dialog mit Leuten aus der technischen Welt ermöglichen», so Béatrice Miller von der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW). Gemeinsam mit der Kantonsschule Solothurn hatte die SATW über 70 Referentinnen und Referenten eingeladen, welche in 62 Veranstaltungen die naturwissenschaftlichen Aspekte ihrer Arbeit vorstellten. Mit Jugend kompatiblen Titeln wie «Diamonds are forever...», «Back to the future - die Zukunft begann gestern» oder «Warum ist Google so schnell?» versuchten Fachpersonen Jugendliche für ihre Veranstaltungen zu gewinnen.

Fachleute aus der Region

Die SATW hat den Bundesauftrag, das technische Verständnis und Interesse in der Bevölkerung zu fördern. «Diesen Auftrag nehmen wir mit zwei Projekten wahr», erklärt Béatrice Miller. Das eine Projekt ist das Technikmagazin Techno-Scope, welches drei Mal jährlich erscheint und an den Schulen verteilt wird. Der TecDay ist ein weiteres Mittel, den Bundesauftrag zu erfüllen. Dieser hatte 2007 an der Kantonsschule Limmattal in Urdorf Premiere. Einer der Besucher der damaligen Veranstaltung war Stefan Zumbrunn, der Direktor der Kantonsschule Solothurn. «Es war interessant in die verschiedenen Bereiche der Technik rein zusehen und ich dachte mir, so einen Tag wollen wir in Solothurn auch», erinnert sich Zumbrunn.

Nachdem der Termin gesetzt war, galt es geeignete Referentinnen und Referenten zu finden. Die SATW konnte aus früheren TecDay Veranstaltungen bereits auf Fachleute zugreifen. Die Kantonsschule Solothurn schrieb ehemalige Schulabgänger, Eltern und Fachleute aus der lokalen Industrie an. «Zustande kam ein Mix aus regionalen Persönlichkeiten und Fachleuten aus der ganzen Schweiz», erklärt Zumbrunn stolz.

Zu diesem Mix gehört auch Susanne Asperger Schläfli, die Mutter eines Kantonsschülers. Sie führte die Veranstaltung mit dem Titel «Wird eine stillgelegte Industrie zur Geisterstadt?» e Gemeinsam mit der Schülerschaft erarbeitete sie Lösungen für eine neue Nutzung des Borregaard-Areals aus. Oder Hannes Aeberhard von der Aareholz AG Solothurn: Mit den Jugendlichen erfasste er über ein GPS-Handy den Holzlagerbestand auf dem Areal der Kantonsschule Solothurn.

Praxisbezug faszinierte

Zum ersten Mal sprach der TecDay Jugendliche, aus sieben Jahrgängen an. Das hiess, die Niveaus der Veranstaltungen mussten auch für jüngere Schülerinnen und Schüler zugänglich sein. Dazu Zumbrunn: «Natürlich können Untergymnasiasten nicht alles verstehen aber sie bekommen eine Ahnung wie es funktionieren könnte.» Einer dieser Untergymnasiasten war Tolga. Er zieht eine positive Bilanz aus dem TecDay, trotz des Niveauunterschiedes: «Die vielen Fachbegriffe machten es schwierig das Thema zu verstehen aber irgendwie fand ich es trotzdem spannend.»

In der ganzen Schweiz

Der TecDay wird gemeinsam mit der Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) und den Kantonsschulen durchgeführt. TecDays gabs bereits in Urdorf, Zürich und Baden. 2009 sind vier TecDays geplant. Der nächste findet am 4. Juni im Gymnasium Liestal statt. SATW ist eine Vereinigung von Personen, die in der technischen Wissenschaft tätig sind. Sie setzt sich seit 1981 für die Förderung und Sensibilisierung der Technik ein. Dies tut sie vor allem mit der Durchführung von Veranstaltungen und Publikationen.

Weitere Partner gesucht

«Es geht primär nicht darum Jugendliche für die Naturwissenschaft zu gewinnen. Wir möchten sie nur für diesen Bereich sensibilisieren», erläuterte denn auch Beatrice Miller den Sinn des TecDays. Um diese Sensibilisierung voranzutreiben, seien weitere TecDay Veranstaltungen geplant. «Wir haben sehr viele Anfragen von Schulen aber unsere momentanen Ressourcen lassen nur vier Veranstaltungen pro Jahr zu», erklärt Miller. Um das Angebot auszubauen, sucht die SATW deshalb nach geeigneten Partnern und Sponsoren. Und Béatrice Miller kann sich vorstellen den TecDay mehrmals an einer Schule durchzuführen. Stefan Zumbrunn ist nicht abgeneigt: «Wir sind rund um zufrieden und würden es jederzeit wieder tun.»