«TalkTäglich»

«Wirtschaftsregionen werden abgehängt»: Hitzige Diskussion um Inland-Flugverbot der SP

«Wir brauchen keine Zürich-Genf-Lösung»

«Wir brauchen keine Zürich-Genf-Lösung»

Schnell mit dem Flugzeug von Zürich nach Genf? Genau das soll in Zukunft nicht mehr möglich sein. Im «TalkTäglich» diskutieren SVP-Nationalrat und Pilot Thomas Hurter und SP-Nationalrat Thomas Hardegger über das geforderte Verbot von Inlandflügen.

Jeden Tag befördern Flugzeuge rund 1700 Passagiere zwischen den Flughäfen Zürich und Genf. Mit 620'000 Flugreisenden pro Jahr macht diese Strecke den grössten Teil der gesamthaft 700'000 Inland-Passagiere jährlich aus. Zu diesem Ergebnis kam eine Recherche des «Tages-Anzeiger».

Nun haben SP-Politiker um die Baselbieter Nationalrätin Samira Marti eine Motion im Parlament eingereicht, deren Zweck es ist, Flüge innerhalb der Schweiz generell zu verbieten. Im Zuge der anhaltenden Klimadebatte ist das Thema brandaktuell und wurde nun auch in der Diskussionssendung «TalkTäglich» auf Tele Züri rege diskutiert.     

Der Zürcher SP-Nationalrat Thomas Hardegger befürwortet die eingereichte Motion und wünscht sich weitere Investitionen in den ökologischeren Schienenverkehr, der solche Inlandflüge überflüssig macht. Ganz anders sieht dies Gegenspieler Thomas Hurter. Für ihn ist klar: «Der Zug ist immer noch keine Alternative zwischen Genf und Zürich.» Einerseits sei die Reisedauer zu lange, andererseits die Züge chronisch überfüllt.   

Fünf Flugreisen pro Jahr und Person

Hardegger entgegnet, dass in der Schweiz generell zu viel geflogen wird. Während in unseren Nachbarländern pro Person und Jahr etwa zwei Flugreisen unternommen werden, sind es in der Schweiz rund fünf. Dies komme vor allem daher, weil das Fliegen viel zu günstig sei. «Diese Tendenz muss uns zu Denken geben», so Hardegger. «Gerade auch in der aktuellen Klimadiskussion.»

Hurter, der neben seinem Nationalratsamt auch Milizpilot bei der Schweizer Luftwaffe ist, befürchtet bei einem Verbot von Inlandflügen das Verkümmern von Wirtschaftsräumen. Ausserdem würden auch die Fluggesellschaften ihre Pflicht zum Umweltschutz wahrnehmen. Etwa, indem sie etwa in immer modernere Flugzeuge mit geringerem Treibstoffverbrauch investieren und sich am internationalen CO2-Abkommen beteiligen. «Die Luftfahrt und der Luftraum sind international», erklärt Hurter und fügt an: «Darum braucht es auch internationale Lösungen und keine Zürich-Genf-Lösung.» (luk)

Die ganze «TalkTäglich»-Ausgabe mit Thomas Hardegger und Thomas Hurter können Sie hier nachschauen: 

Verbot von Inlandflügen

Verbot von Inlandflügen

Schnell mit dem Flugzeug von Zürich nach Genf? Genau das soll in Zukunft nicht mehr möglich sein. Ein neuer Vorstoss aus der SP-Fraktion verlangt ein Verbot von Inlandflügen.

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