Solidarität

Wirtschaftliche Situation der Rentner unter der Lupe

Rentner-Einkommen unter der Lupe

Rentner-Einkommen unter der Lupe

Arm und Reich sind unter Rentnern und Erwerbstätigen ungefähr gleich verteilt. Der Schweizerische Seniorenrat (SSR) fände es deshalb ungerecht, von der älteren Generation einen Solidaritätsbeitrag zugunsten Schwachsituierter im Erwerbsalter zu verlangen.

Vor einem Jahr hat das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) eine Studie präsentiert, derzufolge Renter heute finanziell besser gestellt sind als Erwerbstätige. Daraus seien voreilige Schlüsse gezogen worden, hiess es an einer Medienkonferenz des SSR in Bern. Die vom BSV lancierte Idee eines Solidaritätsbeitrags der Senioren sei verfehlt.

Gemäss einer SSR-eigenen Studie verfügt ein Sechstel der Rentnerinnen und Rentner über weniger als 2550 Franken im Monat. Der Anteil der Personen mit geringen finanziellen Mitteln sei bei Rentnern und Erwerbstätigen "praktisch identisch". Auch unter den gut situierten Personen seien die beiden Bevölkerungsgruppen ähnlich stark vertreten.

Mit den staatlichen Rentenversicherungssystemen habe sich die wirtschaftliche Situation der älteren Generation jener der Gesamtbevölkerung angeglichen, hält der St. Galler Professor Walter Rehberg in einer weiteren Studie fest. Gleichzeitig leisteten die Senioren aber auch erhebliche Beiträge an die soziale Sicherheit.

"Es besteht kein Zusammenhang zwischen der materiellen Situation der Jüngeren und der wirtschaftlichen Situation der Älteren", schreibt Rehberg. Um das Armutsrisiko der jüngeren Generation zu bekämpfen, brauche es andere sozialpolitische Massnahmen als Rentenkürzungen. Besser sei es beispielsweise, die Beschäftigung zu fördern.

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