Sandro Zimmerli

«Ihren Voten entnehme ich, dass Sie grundsätzlich hinter uns stehen, mit der Prämisse aber, dass es zu keiner Verzögerung kommen darf.» Mit diesen Worten schloss Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug das Treffen mit Vertretern der Limmattaler Wirtschaft. Anlass war die Präsentation des Projektes «Chance Gubrist».

Nach verschiedenen Vorstössen in Bern wollte der Weininger Gemeinderat die Chance nutzen und das Projekt für eine Überdeckung des Gubristportals den Limmattaler Wirtschaftsvertretern persönlich vorstellen. Weiningen fordert im Zuge des Baus einer dritten Gubriströhre eine 270Meter lange Überdeckung des Tunnelportals. Der bund lehnt dieses Begehren bislang ab.

Bedenken wegen Verzögerung

Die Wirtschaftsvertreter – es waren Mitglieder des Industrie- und Handelsvereins Dietikon, der Wirtschaftskammer Schlieren und des Gewerbeverbands Limmattal – zeigten Verständnis für das Weininger Anliegen. Gleichzeitig stellten sie aber auch die Frage, ob es aus zeitlichen Gründen nicht möglich sei, zuerst die dritte Gubriströhre zu bauen und erst nachträglich eine Überdeckung. «Lüftungstechnisch ist das nicht möglich. Weil das ganze Lüftungssystem zusammenhängt, müssen dritte Röhre und Überdeckung gleichzeitig erstellt werden», erklärte Weiningens Gemeindeschreiber Bruno Persano.

Die Frage der Wirtschaftsvertreter stand in Zusammenhang mit der Befürchtung, der Kampf für eine Überdeckung könnte den Baubeginn der dritten Gubriströhre verzögern. Aufseiten Weiningens erklärte man, dass auch die Gemeinde so schnell als möglich eine dritte Röhre wolle. Sollte der Bau der Überdeckung allerdings nicht über den Verhandlungsweg erreicht werden, sehe man als letzte Option nur noch den Gang bis vor Bundesgericht. Zudem seien gegen das Gesamtprojekt zum Ausbau der Nordumfahrung Zürich verschiedene Einsprachen hängig, die teilweise auch vor Bundesgericht verhandelt werden müssten.

Verstärktes Lobbying

Das Gehörte schien einen Grossteil der Anwesenden zu überzeugen. Die Diskussion fokussierte sich im Folgenden darauf, wie die Wirtschaftsvertreter der Gemeinde Weiningen bei ihrem Kampf für eine Überdeckung helfen könnten. Einig war man sich darin, dass der Kampf auf politischer Ebene, sprich mit verstärktem Lobbying, geführt werden müsse. Die Wirtschaftsvertreter sagten dann auch zu, auf diesem Gebiet zu helfen, soweit das in ihren Möglichkeiten steht.