Koch

Wird Bischof Koch nach Rom abberufen?

Der Bischof des Bistum Basel, Kurt Koch, haelt am Sonntag, 10. Mai 2009 den Firmgottesdienst in der Katholischen Kirche in Roeschenz. An dem Gottesdienst Dem Gottesdienst nahm auch der Pfarrer von Roeschenz, Franz Sabo teil. Der Versoehnung von Sabo und Koch war jahrelanger Konflikt vorausgegangen. (KEYSTONE/Dominik Pluess)

Bischof Koch vor einem Ruf nach Rom?

Der Bischof des Bistum Basel, Kurt Koch, haelt am Sonntag, 10. Mai 2009 den Firmgottesdienst in der Katholischen Kirche in Roeschenz. An dem Gottesdienst Dem Gottesdienst nahm auch der Pfarrer von Roeschenz, Franz Sabo teil. Der Versoehnung von Sabo und Koch war jahrelanger Konflikt vorausgegangen. (KEYSTONE/Dominik Pluess)

Der bald 60-jährige Theologe soll Vorsteher des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen werden. Neu ist das Gerücht nicht, aber in den letzten Tagen hat es sich verdichtet: Bischof Kurt Koch dürfte der Nachfolger von Kardinal Kasper in Rom werden.

Christoph Bopp

Am 6. Februar wurde Bischof Kurt Koch von Papst Benedikt XVI. zur Privataudienz empfangen. Am 9. Februar berichtete die Nachrichtenagentur Imedia von einem Gerücht, dass Bischof Koch Nachfolger des mittlerweile 77-jährigen Kurienkardinals Walter Kasper als Präsident des päpstlichen Einheitsrates werden soll. Gleichentags nahm die Katholische Internationale Presseagentur (Kipa) die Meldung ebenfalls auf. Neben Kasper seien es noch fünf andere Kardinäle, welche die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht oder schon überschritten hätten. So soll der 68-jährige Kardinal George Pell, Erzbischof von Sydney, an die Spitze der Bischofskongregation berufen werden. Auch Pell wurde kürzlich vom Papst in Privataudienz empfangen.

Privataudienz heisst nichts

Noch ist alles nicht mehr als ein Gerücht. Und Max Hofer, pensionierter Informationsbeauftragter des Bistums Basel, meint, dass es gar nicht so unüblich sei, dass der Heilige Vater von Mitgliedern römischer Kongregationen etwas wissen wollte. So sei auch der ehemalige Bischof Anton Hänggi, als Fachmann fürs Vatikanische Konzil und ehemaliger Professor für Liturgiewissenschaft, mehrmals vom Papst konsultiert worden.

Andererseits scheint Bischof Koch, der am 15.März 60Jahre alt wird, für den Chefposten in der Ökumene-Kongregation sehr geeignet. 1989 wurde er zum Honorarprofessor für Dogmatik, Ethik, Liturgiewissenschaft und Ökumenische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern ernannt. 2007 erschien sein Buch «Die Kirche Gottes. Gemeinschaft im Geheimnis des Glaubens». Personen aus seiner Umgebung wissen auch zu berichten, dass Bischof Koch in den letzten Tagen einen gelösten und eher aufgeräumten Eindruck hinterlassen habe.

Wer folgt auf Bischof Koch?

Falls Kurt Koch wirklich nach Rom berufen wird, stellt sich die Frage nach seiner Nachfolge als Bischof des Bistums Basel. Die Weihbischöfe Martin Gächter (geboren 1939) und Denis Theurillat (1950) scheinen nicht die besten Karten zu haben. Gächter, weil er nicht mehr der Jüngste ist, und Theurillat, weil die Wahl eines Bischofs mit französischer Muttersprache fürs Bistum Basel eher unwahrscheinlich sei.

Stadelmann als Favorit?

Als aussichtsreichster Kandidat wird der 56-jährige Dompropst Arno Stadelmann genannt. Der Bischofsvikar der Bistumsregion St. Verena ist seit 1980 Priester und seit 1991 Leiter des 18-köpfigen Domkapitels. Ihm wird attestiert, ein sehr guter Vermittler zu sein von ausgeprägt kommunikativem Charakter. Er sei ein guter Organisator und Administrator, sagt man über ihn und in der Gesinnung etwas elastischer als Koch.

Der Nachfolger von Bischof Koch muss einem Kompromiss genügen: Er muss von Rom akzeptiert werden können, darf also nicht zu fortschrittlich sein, andererseits möchten die Leute auch keinen «allzu römischen» Bischof. Das Bistum Basel gilt als eines der fortschrittlichsten, was die Stellung und Möglichkeiten von Frauen betrifft.

Meistgesehen

Artboard 1