Grenchen
«Wir wollen dieses Land haben»

Er sei hinters Licht geführt worden, betont Ivo von Büren. Nie und nimmer hätte er zugelassen, dass auf sein Land muslimische Gebetsräume gebaut werden. Genau dies aber plant die Albanische Islamische Gemeinschaft in Grenchen.

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Grundstück

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Grenchner Tagblatt

Brigit Leuenberger

Ivo von Büren knirscht mit den Zähnen. Die Geschichte ist ihm mehr als unangenehm. «Wohl kaum habe ich davon gewusst!» sagt er auf die Frage, ob es ihm bekannt gewesen sei, dass der Käufer seiner Landparzelle 1889 ein muslimisches Begegnungszentrum errichten will. Der SVP-Gemeinderat und Garagist erzählt seine Version der Geschichte: An seinen Treuhänder seien fast zeitgleich zwei Parteien gelangt, die Interesse an einem seiner Landstücke hinter Ottos Warenposten an der Maienstrasse gezeigt hätten. «Die eine war diese islamische Gebetsgruppe.» Denen habe er jedoch sofort eine Absage erteilt. «Nur über meine Leiche habe ich gesagt», betont Ivo von Büren.

Der andere Interessent, Isa Ismaili, entsprach seinen Vorstellungen eher. «Er ist Besitzer eine Garage in Bellach, hat einen Schweizer Pass und spricht Berndeutsch», erklärt der SVP-Gemeinderat. Ismaili sei mit seinem Vater gekommen und habe erklärt, er wolle eine Einstellhalle für Schiffe, Autos und Anhänger bauen. «Die Idee gefiel mir. Ich hatte sie selber schon. Einstellhallen sind nämlich Mangelware.»

Kein Grenchner Unternehmen

Ivo von Büren holte Referenzen über den Käufer ein. Er sah sich seine Garage in Bellach an, fragte bei Stadtbaumeister Claude Barbey nach. «Nichts sprach gegen ihn. Deshalb habe ich ihm das Land verkauft», erzählt er. Natürlich wäre ihm ein Grenchner Unternehmer lieber gewesen. Reist Strombau etwa oder Stuber Schreiner, die auch einmal Interesse an seinem Land gezeigt, dann aber abgesagt hatten. Beim Grundbuchamt ist der Landverkauf eingetragen: Am 3. Juni diesen Jahres ging Ivo von Bürens Landparzelle 1889 an Isa und Neat Ismaili, wohnhaft in Selzach.

Von der anderen Interessenpartei seien die Repressionen darauf nicht ausgeblieben. «Als ich das Schild ‹Land zu verkaufen› wegnehmen wollte, lag es zertrampelt am Boden», erzählt Ivo von Büren. Sein Verdacht fiel sofort auf die islamische Gemeinschaft Zudem habe ihn einer der Gruppe in seiner Garage besucht. «Er war ungehalten und sagte, sie wollten dieses Land haben. Ich schickte ihn fort.»

«Ismaili war ein Strohmann»

Bei der Baudirektion sind unterdessen Unterlagen eingegangen. «Sie waren allerdings unvollständig. Deshalb läuft noch kein Baugesuch», erklärt Claude Barbey. Die Pläne hat er sich angesehen. «Geplant ist ein muslimisches Begegnungszentrum mit Gebetsräumen, allerdings ohne Minarett», weiss der Stadtbaumeister. Als Bauherrin trete die Albanische Islamische Gemeinschaft Grenchen auf.

«Ich verkaufe das Land weiter», sagt Isa Ismaili auf Anfrage. Sein Projekt, das er auf der Landparzelle realisieren wollte, sei gescheitert, «an finanziellen Problemen». Neue Besitzerin werde die Albanische Islamisch Gemeinschaft Grenchen sein. Brisant ist: Isa und sein Bruder Ekrem gehören dieser Gemeinschaft als Mitglieder an. Dass es aber von Anfang an einen Zusammenhang oder gar eine Absprache zwischen den Kaufinteressenten gegeben hat, bestreitet er. «Ich erhielt den Zuschlag, weil ich das Geld hatte und schneller war.»

Ivo von Büren glaubt das jedoch nicht: «Ismaili war ein Strohmann und ich habe mich übers Ohr hauen lassen.» Vorläufig bleibt ihm nur das Knirschen mit den Zähnen. Sobald aber das Baugesuch öffentlich wird, will er gegen das islamische Glaubenszentrum kämpfen.