David Hunziker

Es ist kein Abend der grossen Visionen. Obwohl der Titel «Limmattal 2020 - Wohn- und Wirtschaftsraum» dies hätte vermuten lassen. Die Podiumsteilnehmer erinnern immer wieder an die Tücken der Details, die genug Arbeit bedeuten.

Eingeladen ins Stadthaus Dietikon hat der Hauseigentümerverband Limmattal, und engagiert für ein kurzes Referat mit anschliessender Podiumsdiskussion hat er Regierungsrat Markus Kägi (SVP). Auf dem Podium, das von Standortförder Bruno Hofer geleitet wird, diskutieren ausser Kägi auch noch Heinz Schröder, Fachplaner der Planungsgruppe Limmattal, und Willy Haderer, Kantonsrat und Präsident der Planungsgruppe Limmattal.

Kägi zeichnet ein sehr positives Bild des Limmattals, das eine Verantwortung für den ganzen Kanton trage, gerade zum Beispiel beim Gateway-Projekt. Die Planung des Kantons stehe oft in Spannung zu kommunalen Entwicklungen, die Kägi jedoch hochschätzt: «Entwicklung soll immer aus den Regionen kommen.»

Doch nur grossräumige Projekte - dazu gehören die Limmattalbahn oder der Agglomerationspark - würden eine Entwicklung bringen und die «Verzahnung» der verschiedenen Teile des Limmattals befördern und einen «Siedlungs»- wie auch «Grünbrei» verhindern, so Kägi. Der Kanton prognostiziert einen Bevölkerungszuwachs von 20 Prozent bis im Jahr 2025 im Zürcher Teil des Limmattals.

«Unsere etwas tiefere Einschätzung für diesen Zeitraum in Schlieren wurde bereits jetzt übertroffen», sagt Schröder. Überrascht ist er nicht, das Limmattal habe eine «wahnsinnige Lage». Kägi versichert, dass der Kanton hinter den nötigen Projekten stehe - ein Beispiel ist die dritte Röhre des Gubristtunnels.

Harderer betont, dass viel Arbeit aus der Region hinter den Engagements des Kantons stehe; er zeigt sich jedoch mit Kägi zufrieden. Trotzdem hat Haderer noch Anliegen offen: «Jetzt muss unbedingt noch der Lärmschutz in Weiningen gebaut werden.»

Ein Herr aus dem Publikum merkt an, man müsse vor allem die Reichen im Limmattal halten. Haderer verweist auf den Individualismus der Leute: «Wenn Reiche hier wohnen, können sie auch an anderen Orten arbeiten. Darum benötigen wir neue Strassen.» Ein anderer Zuhörer fürchtet, dass der Regierungsrat keine konkreten Vorstellungen vom Erhalt der Lebensqualität habe. «Darunter versteht jeder etwas anderes», meint Kägi, «der stehende Verkehr ist im Moment das Schlimmste.»

Auf die Frage, wie das Limmattal in 50 Jahren aussehen solle, weiss keiner der Teilnehmer eine angemessene Antwort zu geben. «Meine Ziele sind näher gesetzt», meint Haderer. Schröder wünscht sich etwas mehr Identität und Kägi wiederholt, was er schon zuvor betont hat: «Wir machen keine grossen Würfe. Wir sind Realisten geworden.»