Hochwasserschutz
«Wir müssen weiter auf der Hut sein»

Döttingen hat 200 000 Franken in ein mobiles Hochwasserschutzsystem investiert, muss aber trotzdem mit allem rechnen.

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Aargauer Zeitung

Angelo Zambelli

Nach dem Hochwasser vom 10. August 2007 bot sich im Wohn- und Gewerbegebiet an der Döttinger Austrasse ein Bild der Verwüstung: Wasser und Schlamm waren in die Räumlichkeiten der Bäckerei Alt eingedrungen und erzwangen eine Betriebsverlegung nach Endingen. Beim Schuhdiscounter Bingo schwammen die Schuhe in Massen in der dreckigen Brühe und auch dem Discounter Otto's erging es nicht viel besser. Das Warenlager wurde vollständig unter Wasser gesetzt und erlitt Totalschaden. Insgesamt gingen beim Aargauischen Versicherungsamt 60 Meldungen mit einer Schadenssumme von anderthalb Millionen Franken ein.

Diese Bilder sollen sich nicht wiederholen. Die Gemeinde Döttingen hat für 200 000 Franken ein mobiles Hochwasserschutzsystem angeschafft, das von den Angehörigen der Zivilschutzorganisation Aaare-Rhein und der Feuerwehr Döttingen-Klingnau innerhalb von 3 bis 4 Stunden aufgestellt werden kann. Mit den total 234 Elementen kann eine Distanz von 350 Meter abgedeckt werden. Die Elemente werden mit Wasser gefüllt und verhindern ein Übertreten der Aare an den neuralgischen Stellen vom Einlauf des Mülibächlis bis zur Aarebrücke.

Im Juni letzten Jahres haben die Angehörigen der Zivilschutzorganisation Aare-Rhein und die Feuerwehr Döttingen-Klingnau den Ernstfall geprobt und die Elemente auf dem Damm aufgestellt und mit Wasser gefüllt.

Als zusätzlicher Schutz dient die Aufschüttung unterhalb des Mülibächlis, die beim letzten Hochwasser erstellt worden war und nicht mehr entfernt wurde. Mario Lerf, Kommandant der Feuerwehr Döttingen-Klingnau und Bauverwalter der Gemeinde Döttingen, ist froh um die getroffene Lösung. «Wir hoffen, das Hochwasser komme in diesem Frühling oder Herbst nicht. Wenns aber trotzdem passiert, sind wir gerüstet.» Lerf beobachtet zusammen mit Peter Hirt, Ammann der gemeinde Döttingen und Kommandant der Zivilschutzorganisation Aare-Rhein, die Situation laufend. Lerf: «Wir müssen auf der Hut sein. Hoffentlich fällt die Schneeschmelze nicht mit massiven und länger anhaltenden Regenfällen zusammen, sonst müssen wir die Stiefel schnell anziehen», sagt er vielsagend.

Baubewilligung ist erteilt

Einen entscheidenden Schritt in Sachen Hochwassersicherheit ist die geplante Dammerhöhung der Aarewerke Klingnau. Vor wenigen Tagen hat der Regierungsrat die Baubewilligung für das Bauwerk erteilt. Die Aarewerke Klingnau AG rechnen damit, dass die Dammerhöhung bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden kann.