«Wir kämpfen, solange es Sinn macht»

Die beiden Rheinfelder Stadtoberhäupter wollen einen Abbruch des alten Kraftwerks mit Eisensteg verhindern.

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«Wir kämpfen, solange es Sinn macht»

«Wir kämpfen, solange es Sinn macht»

Peter Rombach

Die Zukunft des alten Rheinfelder Kraftwerks beschäftigte auch die Redner am Neujahrsempfang der beiden Städte Rheinfelden. «2009 war geprägt von intensiven und komplexen Abklärungen», hielt Stadtammann Franco Mazzi fest.

Der Gemeinderat sei aufgefordert, alles Mögliche zu unternehmen, dass der Abriss des Kraftwerks samt Steg «zugunsten einer ökologisch und städtebaulich noch besseren Lösung ersetzt werden kann».

Dankesworte für IG Pro Steg

Eine neue Nutzung der Anlage müsse möglich sein, so Mazzi. Er dankte der grenzüberschreitend agierenden IG Pro Steg für deren Aktivitäten, die im Oktober vergangenen Jahres bekanntlich den Aargauer Heimatschutzpreis erhalten hatte.

Der Stadtammann spielte dann den Ball weiter an seinen badischen Amtskollegen, Oberbürgermeister Eberhard Niethammer. Dieser machte vorweg deutlich, dass der Bau und die Inbetriebnahme des neuen Wasserkraftwerks ein Jahrhundertereignis seien, «auf das wir uns freuen und auf das wir auch ein bisschen stolz sind».

«Wollen nicht verzögern»

Und an die Adresse des Chefs der Energiedienst AG, Martin Steiger, der ebenfalls am Neujahrsempfang teilnahm, gerichtet, versicherte der Oberbürgermeister: «Wir wollen nicht verzögern, sondern gratulieren zum planmässigen, guten Bauverlauf.»

Versöhnliche Worte, doch dann wurde Niethammer deutlicher: «Diese Freude wird etwas überlagert wegen unseres zweiten grossen Zieles, des Erhalts des alten Kraftwerks.»

Nach dem Urteil von Fachleuten habe das alte Flusskraftwerk als Industriedenkmal die «Qualität eines Weltkulturerbes». Deshalb sei es Aufgabe «und sogar Verpflichtung», für den Erhalt des Ensembles einzutreten. Noch etwas bestätigte Niethammer: «Wir haben mittlerweile ein schlüssiges Grundkonzept für die Nutzung, für die Umwelt und die Finanzierung.» Daran müsse sicherlich noch weitergearbeitet werden. Insofern sei ein zeitlicher Aufschub für den Abbruch, also das Moratorium, der richtige Weg.

«Uns ist die Rechtssituation durchaus bewusst, und wir träumen nicht», erklärte Oberbürgermeister Niethammer und lobte Stadtammann Mazzi sowie IG-Präsident Peter Scholer und Vorstandsmitglied Kurt Beretta für den «begeisternden Einsatz und das kreative Schaffen».

Abbruch für Herbst geplant

Gleichzeitig versuchte Niethammer, eine Brücke zu bauen, und zeigte sich als Realist: «Wir kämpfen, solange es Sinn macht.» Wohlwissend, dass sich die Energiedienst AG vor wenigen Wochen in aller Deutlichkeit dazu bekannt hatte, entsprechend der rechtsgültigen Baugenehmigung für das neue Kraftwerk im Herbst mit dem Abbruch der alten Anlagen zu beginnen.