«Wir haben über die Dächer von Reinach gesprochen»

Bei der Gebäudeversicherung sind die nicht bezahlten Sturmschäden von Reinach ein Thema. Gemäss VR-Präsident Viktor Würgler wurde darüber mit Regierungsrätin Susanne Hochuli gesprochen. Eine Lösung wird gesucht.

Zahlreiche Aargauer Hausbesitzer verfolgen die beiden Reinacher Fälle höchst aufmerksam, bei denen die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) gestützt auf die gesetzliche Grundlage nicht bezahlen will. Zur Erinnerung: Am 18. August 2006 deckte ein starker Sturm das Dach des Breiteschulhauses ab, über der Terrassensiedlung am Eichhörnliweg wurde die ganze Dachkonstruktion weggerissen.

Bis heute warten die Besitzer auf eine Entschädigung. Doch die Versicherung ist überzeugt, beide Fälle nach gültigen Regeln behandelt zu haben. Gemeindeschreiber Viktor Würgler aus Schlossrued, Präsident im AGV-Verwaltungsrat, betont, die Grundlage sei klar, die AGV sei an Gesetz und Verordnung gebunden. Beim privaten Dach habe die Schätzungskommission den Entscheid bestätigt, beim Schulhaus sei er hängig. «Wir wollen nicht in ein laufendes Verfahren eingreifen», sagt Würgler.

Suche nach neuen Lösungen

Im Ausblick auf die weitere Zukunft werde dennoch nach neuen Lösungen gesucht. Daran beteiligt sei auch die neue Regierungsrätin Susanne Hochuli, Vorsteherin im zuständigen Departement für Gesundheit und Soziales (DGS). «Sie ist von Amtes wegen neu im AGV-Verwaltungsrat, mit ihr haben wir bei der Amtseinführung auch über die Reinacher Fälle gesprochen», betont Würgler. Fazit: «In irgend einer Form suchen wir nach Modellen, können uns aber heute zeitlich und sachlich nicht festlegen». Dabei erwähnt Würgler auch die andere Seite der Medaille: Der Aargau gehöre zu den Kantonen mit den günstigsten Prämien, die Versicherung habe grösstes Interesse an korrekt erstellten Bauten.

Regeln für den Ausschluss

Regierungsrätin Susanne Hochuli bestätigt auf Anfrage, dass sie sich mit den offenen Fragen befassen wolle. Dabei gehe es um Lösungen, die den Interessen aller Versicherten entsprächen. Ohne sich schon inhaltlich festlegen zu wollen, steht für Hochuli fest, dass es insbesondere für jene Fälle von verdeckten Konstruktionsfehlern eine Lösung braucht, bei denen niemand haftbar gemacht werden kann. Dadurch könnte man Streitfälle wie jene in Reinach verhindern. Kein Thema werden dagegen jene Schäden sein, die auf offenkundige Baumängel zurückzuführen sind. (Lü.)

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