Nur gerade 38 Prozent der Schweizer sprechen sich für eine routinemässige Überwachung der Bürger durch den Staat aus. Das zeigt eine internationale Studie, die den Gegnern einer stärkeren staatlichen Überwachung in der Schweiz Auftrieb gibt.

Die Briten befürworten eine solche mit knapp 76 Prozent. "Die starke Ablehnung in der Schweiz hat mich überrascht", sagt der Zürcher Datenschutzbeauftragte Bruno Baeriswyl, der im Beirat der Schweizer Erhebung sitzt.

Organisiert wurde die Befragung durch TA-Swiss, das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung der Akademien der Wissenschaften.

Bemerkenswert ist, dass die ablehnende Haltung einhergeht mit einem hohen generellen Sicherheitsempfinden. 85 Prozent gaben an, dass sie sich in der Schweiz sicher fühlen.

Der Durchschnitt aller Länder liegt nur bei 66 Prozent. Am wenigsten beschützt sehen sich Ungarn (31 %) und Italiener (43 %).

«Wer sich im eigenen Land sicher wähnt, ist gegenüber staatlicher Überwachung offenbar eher skeptisch», zitiert die "NZZ am Sonntag" aus der Schweizer Auswertung.

Die Skepsis beflügelt die Schweizer Jungparteien und die Grünen, die ein Referendum gegen das Bundesgesetz über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (Büpf) ins Auge fassen.

Dieses erlaubt dem Staat im Rahmen von Strafuntersuchungen auf privaten Computern Programme einzuschleusen, sogenannte Staatstrojaner.

«Wir wollen das Büpf mit allen Mitteln bekämpfen», sagt Juso-Präsident Fabian Molina. Morgen Montag treffen sich die Gegner des Büpf, um das Vorgehen zu koordinieren.