Asylunterkunft
«Wir dulden in den Asylunterkünften keine Straftaten»

Seit Anfang 2010 gibt es viele Razzien und Kontrollen in den Asylbewerberunterkünften. Die Aargauer Kantonspolizei und das Gesundheitsdepartement sagen, dass es nicht mehr Kontrollen gebe, sondern diese vermehrt publik werden. Grossrat René Kunz fordert in einem Postulat noch mehr Kontrollen.

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«Kanton duldet keine Straftaten»

«Kanton duldet keine Straftaten»

Hans Lüthi

Schlag auf Schlag geht es seit Anfang Jahr gegen Unterkünfte von Asylbewerbern: Am 21. Januar nimmt die Kantonspolizei in der Schäferwiese
Aarau 13 Schwarzafrikaner wegen Drogenhandels fest, am 2. Februar kommt es zur Grossrazzia mit 50 Polizisten im Casa Torfeld in Buchs. Weitere Einsätze folgen, der jüngste letzte Woche. Stimmt der Eindruck, der Kanton ziehe die Schrauben im oft illegalen Umfeld der Asylbewerber an? «Solche Kontrollen gehören seit Jahren zur polizeilichen Arbeit», relativiert Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Bisher habe man aber die Ermittlungen mehr im Hintergrund geführt und weniger berichtet. Die Polizei wisse genau, von wo aus der Drogenhandel erfolge, und wolle zeigen, dass sie keine offene Szene dulde – wie früher am Bahnhof Aarau. «Bei Strukturermittlungen können wir das natürlich nicht bekannt geben», erklärt Graser. Für die Einsätze benötige die Polizei zwar sehr viele Leute, aber wirklich aufwändig seien die tiefgreifenden Überprüfungen danach.

Einsätze von Securitas

Mit Personalmangel bei der Polizei habe der Einsatz von Securitas-Leuten bei einer Kontrolle kürzlich in Buchs nichts zu tun. Diese hätten im Auftrag des Kantonalen Sozialdienstes Abklärungen gemacht. «Aber wir waren auch präsent und hätten notfalls einschreiten können», versichert Bernhard Graser. Der Drogenhandel selber finde in ganz Europa statt, dieses Problem könne der Aargau nicht allein lösen. Aber: «Diese Leute suchen den Weg des geringsten Widerstandes, wenn wir den Druck erhöhen, werden sie ausweichen», meint Graser. In diesem Sinn werde die Aargauer Polizei «auf allen Ebenen die Augen weiterhin offen halten».

«Keinen Regierungsbeschluss»

Kommt der Druck auf Asylbewerberunterkünfte von ganz oben? «Es gibt dazu keinen Beschluss der Aargauer Regierung», sagt Kommunikationsleiter Balz Bruder vom Departement Gesundheit und Soziales (DGS). «Es ist nicht so, dass es mehr Kontrollen gibt», aber diese seien durch Medienberichte öffentlicher geworden. Klar sei für das Departement von Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli dies: «Es muss Ordnung herrschen, wir dulden in den Unterkünften und darum herum keine Straftaten», stellt Bruder deutlich klar. Wenn man Drogen-Umschlagplätze ausmerzen wolle, brauche es koordinierte und konzentrierte Aktionen. «Die Einsätze bleiben nicht ohne Wirkung», versichert Balz Bruder, bei der jüngsten Kontrolle im Torfeld in Buchs sei kein einziger Fremdschläfer aufgegriffen worden.

Letztes Jahr sind dem Aargau rund 1000 Asylbewerber zugewiesen worden, die Situation ist noch immer angespannt, geschlossene Unterkünfte mussten wieder geöffnet werden. Verschärft wird die Situation durch 330 Weggewiesene, die nur Nothilfe erhalten und dennoch hier bleiben.

Ruf nach mehr Kontrollen

Das Thema kommt heute auf die politische Bühne: Die Regierung solle künftig für mehr Polizeikontrollen in allen Aargauer Asylunterkünften sorgen. Das fordert Grossrat René Kunz (Reinach) per Postulat. Der Aargau werde von Asylsuchenden überschwemmt, vor allem afrikanischer Herkunft. Sie kümmerten sich nicht um unsere Rechtsordnung und betrieben oft Drogenhandel. Diese Situation sei unzumutbar, «die Verunsicherung ist gewaltig», so Kunz.

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