Burkhalter-Nachfolge
Will Alain Berset Aussenminister werden?

Im Innenministerium gehen viele davon aus, im November einen neuen Chef zu erhalten. Alain Berset wolle Aussenminister werden, heisst es.

Othmar von Matt
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Bundesrat Alain Berset werden Ambitionen auf den Posten des Aussenministers nachgesagt.

Bundesrat Alain Berset werden Ambitionen auf den Posten des Aussenministers nachgesagt.

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Als das Westschweizer Radio RTS Alain Berset in der Diskussionssendung «Forum» zum Rücktritt von Didier Burkhalter befragte, war der Innenminister des Lobes voll über seinen Kollegen. Vom Rücktritt sei er bis zu einem gewissen Grad auch überrascht worden, gestand Berset. Er habe mit Burkhalter, der die Institutionen sehr hoch halte, immer «sehr gut» zusammengearbeitet. Er und Burkhalter hätten sogar gemeinsam eine besondere Art des Westschweizer Humors entwickelt.

Darauf angesprochen, dass mit einer möglichen Kandidatur von FDP-Nationalrat Ignazio Cassis das Innenministerium (EDI) ins Schaufenster gerate, hielt Berset fest, er habe keine Absicht, es wegzugeben. «Es ist ein sehr wichtiges Departement.» Es lägen bedeutende Dossiers auf dem Tisch, etwa mit der AHV-Vorlage, die am 24. September zur Abstimmung kommt.

Gerade rechtzeitig, damit Berset nach einem Erfolg und fast sechs Jahren als Innenminister das Departement wechseln kann. Das zumindest ist von verschiedenen Seiten aus dem EDI selbst zu hören. Eine These, die auch im Parlament selbst geteilt wird. «Ich könnte mir Alain Berset sehr gut als Aussenminister vorstellen», sagt die Basler CVP-Nationalrätin und Aussenpolitikerin Elisabeth Schneider-Schneiter. «Es braucht im EDA eine starke Führungspersönlichkeit.» Ein SP-Bundesrat im Aussenministerium (EDA) hätte für sie aber in zwei Punkten möglicherweise Nachteile: «Er hätte vielleicht Probleme bei der aussenpolitischen Ausrichtung und bei der Entwicklungshilfe.»

Aus der Affäre gezogen

In der Sendung «Forum» wurde Berset auch gefragt, ob er gerne per Flugzeug reise. Der Innenminister roch den Braten – und zog sich clever aus de Affäre. «Ich liebe es zu reisen», betonte er. Er sei auch im Innenministerium viel gereist, in der ganzen Schweiz.
So sei er eng im Kontakt gewesen mit der Bevölkerung. Aber vor allem Gesundheitsthemen hätten oft auch Reisen ins Ausland nötig gemacht. Er sei, hielt Berset auffällig offensiv fest, «extrem glücklich» im Innendepartement. Und er hoffe, «dass man dies auch sieht, denn ich verstecke es nicht».

Die Moderatoren sprachen Alain Berset dann noch konkret darauf an, ob er das Departement wechseln wolle. Worauf der Innenminister sagte, was ein Bundesrat in dieser Situation üblicherweise sagt: «Die Departementsfrage beschäftigt den Bundesrat in jenem Moment, in dem sie sich stellt.»

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