Wahlen 2019 - SZ SR

Wieder zwei Parteien in Schwyzer Ständeratsdelegation

Der unterlegene Kandidat, SVP-Nationalrat Pirmin Schwander (links), gratuliert dem Schwyzer Baudirektor Othmar Reichmuth zur Wahl in den Ständerat.

Der unterlegene Kandidat, SVP-Nationalrat Pirmin Schwander (links), gratuliert dem Schwyzer Baudirektor Othmar Reichmuth zur Wahl in den Ständerat.

Im Kanton Schwyz verliert die SVP nach acht Jahren einen ihrer beiden Ständeratssitze wieder an die CVP. Die Stimmberechtigten haben sich für Othmar Reichmuth (CVP) und gegen Pirmin Schwander (SVP) und damit für mehr Pluralismus entschieden.

Der Schwyzer Baudirektor Othmar Reichmuth löst im Ständerat den zurücktretenden Peter Föhn (SVP) ab. Er erhielt 23'359 Stimmen. Auf Nationalrat Pirmin Schwander entfielen 21'338 Stimmen, auf die in Polen lebende Auslandschweizerin Honorata Züger 870. Die Wahlbeteiligung betrug 43,91 Prozent.

Im ersten Wahlgang vom 20. Oktober war der Bisherige Alex Kuprecht (SVP) als Ständerat bestätigt worden. 2011 hatte die CVP ihren Ständeratssitz an die SVP verloren, die danach mit dem Duo Kuprecht-Föhn acht Jahre lang über beide Standesstimmen verfügte.

Der 56-jährige CVP-Politiker Othmar Reichmuth wurde offiziell von der SP unterstützt. Diese zeigte sich erfreut über den Wahlausgang und wies in einer Mitteilung darauf hin, dass der Christdemokrat ohne linke Stimmen nicht gewählt worden wäre.

Konsenspolitiker gewählt

Reichmuth führte seine Wahl gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf die breite Unterstützung von CVP-, FDP- und SP-Wählern zurück. Das Resultat mit 2000 Stimmen Unterschied sei ausgewogen, aber doch einigermassen klar, sagte er. Er werde seine gutbürgerliche Politik, die er auch als Regierungsrat gemacht habe, im Ständerat fortsetzen und sich dort für Konsenslösungen einsetzen.

Der neue Schwyzer Ständerat wohnt im Bergdorf Illgau, ist diplomierter Käsermeister und schloss eine Handels- und Verwaltungsschule ab. Der bald 56-Jährige ist seit 2010 Regierungsrat und steht dort der Baudirektion vor.

Der unterlegene SVP-Kandidat Pirmin Schwander, der am 20. Oktober als Nationalrat bestätigt worden war, trat ohne Unterstützung einer anderen Partei an. Er ist als vehementer Kritiker der Kinder -und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) bekannt. Schwander politisiere pointiert und am rechten Rand, sagte Roland Lutz, Präsident der Schwyzer SVP, über diesen.

Wunsch nach Pluralität

Lutz vermutete, dass der Wunsch nach Pluralität und eine Neigung zur Mitte den Ausschlag für den CVP-Kandidaten gegeben haben könnte. Tatsächlich banden die Stimmberechtigten die Vorherrschaft der SVP etwas zurück. Die Partei verfügt aber noch immer über drei der sechs Schwyzer Sitze in den eidgenössischen Räten. Auch der neu gewählte Ständerat Othmar Reichmuth sagte, die Stimmberechtigten hätten nun doch das Gefühl gehabt, dass vier Sitze für die SVP zu viele seien.

Neben den beiden Ständeräten Alex Kuprecht (SVP) und Othmar Reichmuth (CVP) politisieren die Nationalratsmitglieder Marcel Dettling und Pirmin Schwander (beide SVP), Alois Gmür (CVP) sowie Petra Gössi (FDP) für den Kanton Schwyz im Bundeshaus.

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